Neue Reihe erinnert an Naziterror in Prenzlauer Berg

An die Geschichte des ersten KZ am Wasserturm erinnerten Bürger kürzlich bei einer kleinen Gedenkfeier. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Mit einer Veranstaltungsreihe wird in den nächsten Wochen an ein dunkles Kapitel in der Geschichte von Prenzlauer Berg erinnert. Im Arbeiterbezirk Prenzlauer Berg begannen die Nationalsozialisten Anfang 1933 mit der gezielten Verfolgung ihrer Gegner.

Sie richteten vor 80 Jahren im Maschinenhaus des Wasserturmes an der damaligen Treskowstraße (heute Knaackstraße) ein Konzentrationslager ein. Beginnend mit dem Reichstagsbrand wurden viele Anhänger der politischen Opposition, in erster Linie Kommunisten und Sozialdemokraten, von SA-Kommandos eingesperrt, verhört und gefoltert. Den Standort für dieses Konzentrationslager mitten im Wohnquartier wählte die SA für alle Anwohner gut sichtbar aus. Die Bezirksorganisationen Prenzlauer Berg und Pankow der "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten" nimmt die Einrichtung des KZ am Wasserturm vor 80 Jahren zum Anlass, um in einer Veranstaltungsreihe über Naziterror und Widerstand in Prenzlauer Berg zu informieren.Um "Kriegsproduktion und Zwangsarbeit 1944/45 in der ehemaligen Königstadtbrauerei" geht es bei einer Führung am 3. April. Treffpunkt ist um 16 Uhr an der Ecke Straßburger und Saarbrücker Straße. Der Historiker Dr. Martin Albrecht wird erklären, wie der frühere Brauereikeller zu einer Fertigungsstätte für Zubehörteile von Radargeräten umgebaut wurde. Jüdische, ungarische und ukrainische Zwangsarbeiter wurden dort eingesetzt.

Am 10. April geht es mit einem Vortrag "Terror in Berlin 1933: Das frühe Konzentrationslager am Wasserturm" weiter. Dazu spricht Dr. Irena von Görtz von der Gedenkstätte SA-Gefängnis Papestraße im Nachbarschaftshaus in der Fehrbelliner Straße 92 ab 19 Uhr. Am gleichen Ort geht es dann am 17. April um 19 Uhr mit dem Vortrag "Kampf um den Kiez. Nationalsozialisten am Prenzlauer Berg 1925-1933" weiter. Gehalten wird dieser Vortrag vom Historiker Oliver Reschke.

Weitere Informationen zu dem gesamten Programm gibt es auf pankow.vvn-bda.de.

Bernd Wähner / BW
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