Neuer Investor wagt sich an leerstehendes Krankenhaus

Diesen Blick haben Fahrgäste von der Straßenbahnhaltestelle auf das frühere Krankenhaus. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Was passiert mit dem früheren Krankenhaus Prenzlauer Berg in der Danziger Straße 73-75? Diese Frage wird sich schon so mancher gestellt haben, der an dieser Bauruine vorbeigekommen ist. Unmittelbar an der Kreuzung Danziger Straße und Prenzlauer Allee gelegen, ist diese begonnene Baustelle nicht gerade eine Visitenkarte für Prenzlauer Berg.

Seit gut fünf Jahren tut sich dort nichts. Der Eingang zum Gelände ist mit einem Bauzaun verstellt. Zwei Anbauten sind halb fertig. Auf dem Gelände selbst wuchert das Unkraut. Noch um 2000 herrschte dort normaler Krankenhausbetrieb. Als "örtlicher Bereich Danziger Straße" gehörte das Gebäude zum Klinikkomplex an der Fröbelstraße. Nach der Umstrukturierung der Berliner Krankenhauslandschaft wurde es allerdings geschlossen. Doch es gab rasch neue Pläne für die Immobilie.Die Orco Germany Immobiliengesellschaft erwarb das Ensemble. Sie schloss einen Vertrag mit einer Seniorenresidenz-Betreibergesellschaft. Das Gebäude sollte saniert werden. Außerdem wurden zwei Anbauten geplant. 17 Millionen Euro betrug die avisierte Investitionssumme. Für Juni 2008 war die Eröffnung der Seniorenresidenz geplant. Der entsprechende Bauantrag wurde vom Bezirksamt genehmigt. Die Bauarbeiten begannen auch, gingen aber nur schleppend voran. Schließlich wurden sie eingestellt. Seitdem liegt die Immobilie brach.

Doch nun gibt es einen neuen Investor. Dieser möchte das Gebäude zu einem Wohnensemble umbauen. Er beauftragte das Architektenbüro GRAFT mit den Planungen. Den aktuellen Stand stellte Architekt Thomas Willumeit im BVV-Ausschuss für Stadtentwicklung vor. Größtes Problem seien die vielen Verkehrsflächen, erklärt der Fachmann. Es gibt einfach zu viele Flure. Was für ein Krankenhaus notwendig ist, ist im Wohnungsbau eher hinderlich. Trotzdem fanden die Architekten eine Lösung. Außer im Erdgeschoss werden alle Flure so zurückgebaut, dass Wohnungen mit Größen von 60 bis über 150 Quadratmeter entstehen können. Das mit Giftstoffen belastete und aus architektonischer Sicht überdimensionierte Dach wird komplett abgetragen. Ersetzt wird es durch zwei neue, kubisch angeordnete Geschosse.

Etwas zurückgebaut werden die beiden Anbauten im Rohbau. Auch in ihnen werden Wohnungen entstehen. Für das Erdgeschoss eines der Anbauten ist nach heutigem Stand eine Kita mit etwa 80 Plätzen vorgesehen. Zur Danziger Straße hin wird das Ensemble durch einen Neubau ergänzt. In ihn werden relativ kleine Wohnungen eingebaut. Geplant ist, dass auf dem gesamten früheren Krankenhausgelände etwa 225 Wohnungen entstehen. Es sollen jedoch keine Eigentums-, sondern Mietwohnungen werden. Für die Sanierung hat der Investor laut Willumeit bereits einen Bauantrag eingereicht. Für die Neubauten werde derzeit ein weiterer Bauantrag vorbereitet.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung zeigte sich von diesem Bauvorhaben angetan. Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen) sagte, dass es zum bisherigen Entwurf noch weitere Gespräche geben werde. Noch gebe es in einzelnen Punkten Klärungsbedarf.


Bernd Wähner / BW
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden