Nikki van der Zyl erforschte die Geschichte ihrer Familie

Prenzlauer Berg. "Night Flight to Berlin. Eine deutsch-englische Familiengeschichte" ist der Titel einer neuen Ausstellung des Museums Pankow. Sie erinnert an ein Ereignis, das die deutsche Geschichte nachhaltig prägte. Vor 75 Jahren fand die sogenannte Reichspogromnacht statt, sie markiert den Beginn des offenen Terrors gegen jüdische Mitbürger.

Einigen gelang die Flucht, bevor sie von den Nazis deportiert werden konnten. Andere blieben. Nikki van der Zyl erforschte seit Anfang der 70er-Jahre das Leben und den Tod ihrer jüdischen Vorfahren. In der neuen Ausstellung zeigt sie, was aus denen wurde, die blieben, und denen, die flohen.

Nikki van der Zyls Großeltern besaßen in Weißensee ein florierendes Geschäft für Herren- und Knabenbekleidung. Ihre Eltern begannen in den 30er-Jahren gerade, sich in Berlin ein gemeinsames Leben aufzubauen, und die Tochter wurde 1935 geboren. Die politische Entwicklung in Deutschland nach 1933 zerstörte aber die Lebensplanung der Familie und bedrohte ihre Existenz, weil sie Juden waren. Die Großeltern überlebten die Nazizeit nicht. Rabbiner Werner van der Zyl verließ noch rechtzeitig mit seiner Familie Deutschland. Er emigrierte nach Großbritannien. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er unter anderem Mitbegründer des Leo Beack College in London. Seine Tochter Nikki wurde Schauspielerin, Synchronsprecherin und Journalistin. Sie stellte für die Ausstellung zahlreiche Informationen zu ihrer Familiengeschichte sowie Leihgaben wie Fotos, zur Verfügung.

Zu besichtigen ist das Ganze in der Prenzlauer Allee 227/228 bis zum 27. April dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos unter 902 95 39 17.

Bernd Wähner / BW
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