Pankower Politiker gegen die Bebauungspläne am Mauerpark

Prenzlauer Berg. Gegen den Beschluss des Bezirksamtes Mitte, eine massive Bebauung nördlich des Mauerparks zuzulassen, machen Pankower Kommunalpolitiker mobil.

Die Fläche war ursprünglich für die Erweiterung des Mauerparks vorgesehen. Doch nun soll das Gelände planungsrechtlich als "allgemeines Wohngebiet" ausgewiesen werden. Die Grundstückseigentümerin, die CA Immo, könnte dann etwa 600 Wohnungen bauen lassen. Das ist viel zu viel, sagen Anwohner und Pankower Bezirkspolitiker. Sie sprachen sich von Anfang an gegen eine massive Bebauung des Geländes aus. Befürchtet werden einerseits Konflikte zwischen künftigen Bewohnern und Nutzern des Mauerparks, andererseits werde damit das grüne Band, das sich von der Stadtgrenze durch Pankow bis in die Innenstadt zieht, durchschnitten.Pankows SPD-Kreisvorsitzender Alexander Götz: "Mit diesem Beschluss legt sich die Kommune ohne Not auf eine Maximalbebauung nördlich der Gleimstraße und westlich des Kinderbauernhofs fest." Ein Bauvolumen von über 58 000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche führe zwangsläufig zu Nutzerkonflikten und zu einer Verriegelung des grünen Bandes, so Götz weiter. Angesichts der im Vertrag mit der CA Immo nur zaghaft formulierten Ansprüche an eine sozialökologische Entwicklung wird hier im Wesentlichen höherpreisiges Wohnen entstehen."

Mit dem Vertrag, den das Bezirksamt Mitte mit dem Investor abschließen wird, werde all das in Frage gestellt, was zuvor in der sogenannten Bürgerwerkstatt "Mauerpark fertigstellen" begonnen wurde. Dort hatte niemand eine völlige Baufreihaltung für die Fläche gefordert. Man wollte nur moderate und sozial-ökologische Kriterien für eine Bebauung festlegen, berichtet Götz. Mit dem Beschluss des Bezirksamtes Mitte signalisiere man nun aber allen, die konstruktiv an einer Lösung mitarbeiten wollten, dass hier das Gutsherrenprinzip gelte. Ebenfalls empört reagiert der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen auf den Beschluss des Bezirksamtes Mitte. Wenn die Pläne umgesetzt werden, wird es keine Durchwegung zu den entstehenden Neubauten über Pankower Gebiet geben. Dafür werde man sich vehement einsetzen, droht die Kreisvorsitzende Cordelia Koch.


Bernd Wähner / BW
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