Schulchor sorgte für Sauberkeit am früheren Wohnort

Unter Leitung von Musiklehrer René Fleischmann gab der Schulchor an der Büste von Paul Lincke ein kleines Konzert. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Den Geburtstag ihres Namenspatrons begingen die Schüler der Paul-Lincke-Grundschule vor wenigen Tagen auf besondere Weise. Morgens versammelten sich alle Schüler auf dem Schulhof am Pieskower Weg 39. Gemeinsam sangen sie einige der bekannten Titel des "Vaters der Berliner Operette". Danach verabschiedeten sie ihren Schulchor auf eine ganz besondere Mission.

Die 46 Schüler der vierten bis sechsten Klasse machten sich auf den Weg zur Oranienstraße 64. Dort befand sich das Haus, in dem Paul Lincke (1866-1946) wohnte. Inzwischen steht dort zwar ein Neubau, aber mit einer kleinen Grünfläche, in der eine Büste des Komponisten steht, wird an ihn erinnert. Außerdem befindet sich an einer Hauswand eine Gedenktafel für Paul Lincke.Weil die Grünfläche immer mit Unrat und Laub übersät ist, reinigen sie die Chormitglieder der Paul-Lincke-Schule jedes Jahr im Herbst zum Geburtstag des Komponisten. So auch in diesem Jahr. Außerdem brachten sie Reinigungsmittel mit, mit denen sie Moos und Staub von der Büste des Operettenkönigs entfernten. Nach gut einer Stunde Arbeit gaben sie dann noch ein kurzes Konzert. Dabei sang der Chor einige der bekanntesten Lieder von Paul Lincke, die heute richtige Berliner Schlager sind. Dazu zählten "Glühwürmchen" und natürlich "Berliner Luft".

Der Komponist kam am 7. November 1866 zur Welt. Er war für Berlin so etwas wie Johann Strauß für Wien oder Jacques Offenbach für Paris. Bereits mit 19 Jahren war er Tanzkapellmeister und Musikverleger. Zu seinen bekanntesten Operetten gehören "Frau Luna", "Im Reich des Indra" und "Grigri". Dass sich die Schule am Pieskower Weg nach Paul Lincke benannte, liegt daran, dass sie eine musikbetonte Grundschule ist. "Das heißt, dass die Schüler bei uns die Möglichkeit haben, Instrumentalunterricht zu erhalten", erklärt Schulleiter Hendrik Zeidler.

In der zweiten Klasse werden den Schülern die einzelnen Musikinstrumente vorgestellt. In Klasse drei können sie dann wählen, ob sie Blockflöte, Klarinette, Keyboard, Gitarre, Violine, Trompete oder Klavier erlernen wollen. "Unterrichtet wird in kleinen Gruppen", sagt der Schuleiter. Außerdem findet in einer Arbeitsgemeinschaft "Zusammenspiel" ein gemeinsames Proben von Musikstücken statt.

Das Tolle für die Familien ist: Der Instrumentalunterricht ist kostenfrei, weil er Bestandteil des normalen Unterrichts ist. Damit die Grundschule ihr musikbetontes Profil umsetzen kann, stehen ihr drei Musiklehrer mehr als anderen Grundschulen zur Verfügung. Wie gut sie ihre Instrumente beherrschen, zeigen die Schüler immer wieder bei kleinen Konzerten.

Dass die Schule auch einen Chor hat, versteht sich von selbst. Und dass die Chormitglieder die kleine Parkanlage und die Büste Paul Linckes an der Oranienstraße reinigen, hat mittlerweile seit sieben Jahren Tradition.

Weitere Informationen auf www.paul-lincke.cidsnet.de sowie unter 42 85 08 76.

Bernd Wähner / BW
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