Stadtbad Oderberger Straße soll Anfang 2015 fertig sein

Aus den früheren Umkleideräumen werden schon bald Seminarräume für Sprachschüler. (Foto: BW)
 
Die Schwimmhalle des Stadtbades ist eine Baustelle. Hier wird viel historische Bausubstanz erhalten, aber diese wird durch moderne Technik ergänzt. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Von außen ist es eingerüstet und von Planen verhüllt. Im Innern des Stadtbades Oderberger Straße wird aber auf allen Etagen fleißig gehämmert, gemauert, verputzt und gearbeitet.

Davon konnte sich vor wenigen Tagen der Pankower Bundestagsabgeordnete Klaus Mindrup (SPD) überzeugen. Er ließ sich von Hans-Dieter Jaeschke, der gemeinsam mit seiner Frau Barbara als Bauherr das Stadtbad restauriert und umbaut, über die Baustelle führen. "Jeden Tag sind über 50 Bauleute im Haus tätig", sagt Jaeschke. Sie sorgen dafür, dass auf der Baustelle bis jetzt alles im Zeitplan verläuft.

Im Souterrain des Hauses sind die Bauarbeiten bereits recht weit fortgeschritten. Dort befindet sich das frühere Wasserreinigungsbecken der Schwimmhalle. Dieses wird zu fünf Seminarräumen umgebaut. In diesen werden künftig jeweils sechs bis acht Schüler der benachbarten GLS-Sprachenschule unterrichtet. Bereits in diesem Monat beginnt der Unterricht in den Seminarräume, so Jaeschke. Ebenfalls im Souterrain entstehen erste Gästezimmer. Das erste soll noch im Juni komplett ausgebaut und eingerichtet sein. "Das wird unser Probezimmer", sagt der Bauherr. "Nach seinem Muster werden alle restlichen Hotelzimmer ausgestattet."

Ebenfalls im Souterrain entsteht ein Wellnessbereich. Dort wird man saunieren und entspannen können. Bis es so weit ist, wird es allerdings noch ein wenig dauern. Zu erreichen sein wird das Souterrain über einen Fahrstuhl sowie eine Treppe vom Erdgeschoss aus. "Dort wird sich künftig auch die Rezeption befinden, von der aus man alle Teile des Hauses erreicht", erklärt Hans-Dieter Jaeschke. Unter anderem gelangt man von dort zu den Umkleiden und dann natürlich ins Schwimmbad.

Das Bad wird nach seiner Fertigstellung, so wie mit dem Bezirk vereinbart, an fünf Tagen in der Woche für eine öffentliche Nutzung zur Verfügung stehen. Ausgestattet wird es mit modernster Technik. Über ein spezielles technisches Verfahren lässt es sich sogar binnen kurzer Zeit zu einem Veranstaltungsort ganz ohne Wasser umrüsten.

Im ersten Obergeschosses, in dem sich früher die Umkleideräume befanden, werden zurzeit weitere Seminarräume für die GLS-Sprachenschule eingebaut. In den weiteren Etagen entstehen insgesamt 73 Hotelzimmer. Des Weiteren wird es Raum für Veranstaltungen und Gastronomie im Hause geben. Doch bis dahin liegt noch ein Stück Arbeit vor den Jaeschkes.

Richtig begonnen haben die Bauarbeiten Ende vergangenen Jahres. Zuvor stand das Stadtbad 25 Jahre leer. Erbaut wurde es 1902 von Stadtbaurat Ludwig Hoffmann als "Volksbadeanstalt". Heute gilt es als stadt- und kunstgeschichtlich bedeutsames Baudenkmal. Diese Bedeutung hat zur Folge, dass alle heutigen Bauarbeiten mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt werden müssen.

In den vergangenen Jahren versuchten sich bereits eine Genossenschaft und die Stiftung Denkmalschutz Berlin an der Sanierung. Beide scheiterten an der Finanzierung. Vor zwei Jahren erwarben Barbara und Hans-Dieter Jaeschke das Gebäude. Barbara Jaeschke ist Geschäftsführerin des GLS Sprachenzentrums. Das hat seinen Campus nebenan. Insgesamt zwölf Millionen Euro werden voraussichtlich in die Sanierung des Stadtbades investiert. Anfang 2015 soll Eröffnung sein.


Bernd Wähner / BW
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