Stadtbad Oderberger Straße wird endlich saniert

Barbara Jaeschke lässt das Stadtbad Oderberger Straße bis 2015 umbauen und sanieren. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Sie beschäftigt seit vielen Jahren Anwohner und Bezirkspolitik: Die Zukunft des Stadtbades Oderberger Straße. Doch endlich tut sich etwas.

Seit über 25 Jahren ist das Wasserbecken im Stadtbad trocken. In den vergangenen Jahren versuchten sich eine Genossenschaft und die Stiftung Denkmalschutz Berlin an der Sanierung der Immobilie. Ende vergangenen Jahres erwarben Barbara und Dr. Hans-Dieter Jaeschke das Gebäude. Barbara Jaeschke ist Geschäftsführerin des GLS Sprachenzentrums. Das hat seinen Campus an der Kastanienallee 82 und grenzt unmittelbar an das Stadtbad.Wenn Barbara Jaeschke aus dem Fenster ihres Büros schaut, blickt sie auf das Stadtbad. "Über Jahre fand hier keine positive Veränderung statt. Das Objekt verfiel immer weiter. Das gab mir zu denken", sagt sie. Aber in den vergangenen Jahren hatte sie auf dem eigenen Campus viel zu tun. 2006 ließ sie die frühere Haupt- und Realschule zum Sprachenzentrum mit Unterrichtsräumen, eigenem Restaurant und Hotelplätzen umbauen.

"Danach mussten wir erst einmal schauen, ob alles so läuft, wie wir es planten", erklärt Jaeschke. Vor gut zwei Jahren begann sie, sich intensiver für das Stadtbad zu interessieren.

Tonnen von Müll

"Das hat mehrere Gründe", berichtet die Geschäftsführerin. "Zum einen ist es unsere natürliche vierte Grundstücksseite. Außerdem ist das Stadtbad von Ludwig Hoffmann erbaut worden. Der entwarf auch die Gebäude auf unserem Schulcampus."

Seit die Jaeschkes das Stadtbad erwarben, hat sich viel getan. Tonnenweise wurde Müll aus diesem Gebäude entfernt. Dreißig Container mit jeweils fünfzehn Kubikmetern wurden gefüllt. Außerdem gab es eine Vorabgenehmigung für Rückbauarbeiten. Alles, was nachträglich in das denkmalgeschützte Gebäude eingebaut wurde, durfte entfernt werden. Vor allem Zwischenwände wurden abgerissen. Es kamen nochmals vierzig Container Rückbaumasse zusammen.

Demnächst wird der relativ junge Beton-Schornstein am Stadtbad Stück für Stück abgetragen. Er war die Ursache dafür, dass es Risse im Schwimmbecken gab. "Der Abbau wird in aufwendiger Handarbeit passieren", sagt Barbara Jaeschke. "Eine Sprengung ist aus Sicherheitsgründen nicht möglich."

Während der Entsorgungs- und Abrissarbeiten wurde fleißig weiter geplant. "Den Bauantrag haben wir jetzt eingereicht. Wir hoffen, dass wir schnell die Baugenehmigung bekommen", so Jaeschke. Dann könnte im Januar 2013 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Im Gebäude sollen 80 Hotelzimmer für Kursteilnehmer des Sprachenzentrums und Gäste aus aller Welt entstehen.

Im Becken schwimmen

Des Weiteren werden zwanzig Veranstaltungs- und Seminarräume eingerichtet.

Ein Kern des Projektes: Das alte Becken wird in seiner ursprünglichen Größe wieder als Schwimmbad reaktiviert. Außerdem wird es einen kleinen Spa-Bereich geben. Nutzen können beides Anwohner und Hotelgäste. Die Eintrittspreise werden sich an denen der Berliner Bäderbetriebe orientieren. Anwohner und andere Bürger können auch Räume für Hochzeitsfeiern, Gala-Dinner, Vorträge und Veranstaltungen nutzen. "Wenn alles nach Plan läuft, werden wir 2015 fertig sein", erklärt Barbara Jaeschke.


Bernd Wähner / BW
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