Studenten stellten Vorschläge für den Mühlenkiez vor

Student Daniel Falk informiert Jugendstadträtin Christine Keil (rechts) über den Verlauf und die Ergebnisse des Studentenprojektes. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Das Projekt "Ohne Moos was los! Zukunftsperspektiven für den Mühlenkiez." ist beendet. Durchgeführt wurde es von Studenten der Stadt- und Regionalplanung der Technischen Universität. Diese waren in den vergangenen Monaten im Mühlenkiez unterwegs, um für das Wohngebiet mit Anwohnern Ideen für die Zukunft zu entwickeln.

Vor wenigen Tagen präsentierten die Studenten vor Anwohnern, Mitarbeitern des Bezirksamtes und Vertretern von Einrichtungen aus dem Mühlenkiez die Ergebnisse des Projektes. Immerhin 60 Vorschläge zur Erhöhung der Attraktivität des Wohngebiets kamen zusammen.Ausgangspunkt war der Wunsch von Jugendlichen aus dem Mühlenkiez, dass endlich einer von drei nicht mehr zu nutzenden Bolzplätzen reaktiviert wird. "Wir veranstalteten zu diesem Thema einen Workshop. Dabei stellten wir fest, dass es in diesem Kiez noch mehr Wünsche und Probleme gibt", sagt Jeanette Münch vom Jugendamt. Die rührige Mitarbeiterin setzte sich mit der Technischen Universität in Verbindung. Das Bezirksamt beantragte ein studentisches Projekt für den Mühlenkiez und hatte Erfolg. Vor einem Jahr begannen 17 Studenten, sich intensiv mit dem Wohngebiet zu beschäftigen.

Dieses entstand in den 70er-Jahren zwischen Greifswalder, Storkower, Kniprode- und Michelangelostraße. Die meisten Wohnhäuser sind Plattenbauten. Etwa 7100 Menschen leben dort in rund 3200 Wohnungen. Diese sind inzwischen größtenteils saniert. Aber es fehlt noch an sozialer und kultureller Infrastruktur im Kiez. Dafür stehen bisher auch keine Mittel zur Verfügung. Auch aus diesem Grund kamen die Studenten auf den ungewöhnlichen Titel für ihr Projekt "Ohne Moos was los!".

Von Anfang an wollten die Studierenden die Kiezbewohner mit ins Boot holen. Deshalb gab es mit ihnen immer wieder Treffen und einzelne Beteiligungsprojekte. Unter anderem fanden Kiezrundgänge mit Schülern statt. Die zeigten Orte im Kiez, an denen sie sich wohlfühlen, aber auch Ecken, für die sie sich Veränderungen wünschen. Des Weiteren fand eine Fragebogenaktion für Senioren statt. Die Studenten führten Interviews mit Anwohnern, luden zu Gesprächsrunden ein. Auf einer Exkursion nach Bremen, Bremerhaven und Oldenburg holten sie sich Anregungen, wie man auch "ohne Moos" etwas verändern kann. Schließlich beschäftigten sie sich ausführlich mit der städtebaulichen und sozialen Struktur des Mühlenkiezes. Am Ende erarbeiteten sie 60 Steckbriefe mit Vorschlägen, Orten, Ansprechpartnern oder Verantwortlichen sowie Kostenschätzungen. Denn ganz ohne Geld lassen sich nicht alle Vorschläge umsetzen.

Für Kinder schlagen die Studenten zum Beispiel den Bau eines Abenteuerspielplatzes, die Einrichtung einer Spielzeugausleihe und eine Öffnung der Schulhöfe am Nachmittag vor. Um das soziale Miteinander zu fördern, wird die Gründung eines Kiezvereins angeregt. Die Kommunikation könnte mit Schaukästen verbessert werden. Von Jugendlichen werden die Reaktivierung eines Bolzplatzes, die Einrichtung einer "Chill-Ecke" sowie das Anlegen eines Gemeinschaftsgartens gewünscht.

Ganz allgemein schlagen Anwohner und Studenten vor, dass die Gehwege durchweg barrierefrei gestaltet werden. Gewünscht werden auch mehr Bänke sowie eine intakte und bessere Beleuchtung im öffentlichen Raum. Diese und viele weitere Vorschläge und Anregungen sind als Paket auch an das Bezirksamt übergeben worden. Nun bleibt abzuwarten, was von den vielen kreativen Vorschlägen in nächster Zeit umgesetzt wird.


Bernd Wähner / BW
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