Tänzer bewahren mit viel Leidenschaft ein Kulturgut

Horst und Edith Feurich führen einen der Volkstänze an. Beim Montagstraining ist die Turnhalle stets gut gefüllt. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Er ist ein Kulturgut, wird aber nur noch selten in der Öffentlichkeit wahrgenommen: der Volkstanz. Eine Schar engagierter Tänzer pflegt das Brauchtum.

Jeden Montag ab 18 Uhr treffen sich die Mitglieder des Berliner Volkstanzkreises. In der Turnhalle der Kurt-Schwitters-Oberschule an der Bötzowstraße 11 trainieren sie ihre Tänze. Walzer und Polka bestimmen den Rhythmus. Dazu bewegen sich die Tänzer mit sicheren Schritten über den Boden.Claudia und Oliver Schier geben mit lauter Stimme den Takt vor, wenn es nötig ist. Die beiden zählen zur jungen Generation der Volkstanzbegeisterten. Sie sind Anfang 40. Dass Tanzen jung halten kann, zeigen die älteren Mitglieder des Tanzkreises. Sie sind schon über 80 Jahre alt.

Gegründet wurde der Volkstanzkreis bereits 1946 von Erich Krause. Der probte mit seinen Tänzern viele Jahre im legendären Kulturhause Prater an der Kastanienallee. Später übernahm Horst Feurich die künstlerische Leitung der Gruppe. Als das Prenzlberger Kulturhaus schloss, fand der Tanzkreis in der Turnhalle an der Bötzowstraße seine neue Trainingsstätte. Horst Feurich, gerade 80 Jahre alt geworden, übergab im vergangenen Jahr die künstlerische Leitung an seine Tochter Claudia und deren Mann Oliver Schier. Beide setzen mit viel Herzblut die Arbeit fort. Jeden Montag proben sie mit bis zu 45 Tänzern. "Etwa zwanzig unterschiedliche Tänze gehen wir pro Abend durch", berichtet Oliver Schier. 140 Choreographien umfasst das aktuelle Repertoire.

Man sieht den Damen und Herren im Alter zwischen 35 und 87 Jahren an, dass ihnen die Bewegung zu traditioneller Musik Spaß macht. Viele der Tänze sind heute leider aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden. Dazu zählen zum Beispiel die Mehrpaartänze "Sonderburger Doppelquadrille" und "Großes Triolett", der Vierpaartanz "Bauernhochtied", der Dreipaartanz "Mühlenpolka" oder auch der Zweipaartanz "Kleiner Figaro". Inzwischen wurden aber auch eigene Tänze wie der "Pankower Dreier", der "Schlossparkwalzer" oder die "Schönholzer Mazurka" entwickelt.

Mit ihren Volkstänzen ist die Gruppe gern gesehener Gast auf Veranstaltungen.

Wer die Tänzer in ihrer grün-weißen Auftrittskleidung live erlebt hat, ist begeistert. Jetzt wurde eine Trainingsgruppe für Einsteiger eingerichtet. Sie trifft sich jeden ersten und dritten Dienstag im Monat von 18.15 bis 20.15 Uhr. "Interessierte sind herzlich willkommen", sagt Claudia Schier.

Mehr Infos auf www.berliner-volkstanzkreis.de. Interessierte können sich auch bei Claudia und Oliver Schier unter 472 56 74 melden.

Bernd Wähner / BW
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