Verbandschef Egid Riedl über den Gartensaisonstart

Egid Riedl ist Vorsitzender des Bezirksverbandes Prenzlauer Berg der Kleingärtner. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Die Kleingärtner starten dieser Tage nach einem ungewöhnlich langen Winter in ihre neue Saison. Berliner-Woche-Reporter Bernd Wähner unterhielt sich mit dem Vorsitzenden des Bezirksverbandes der Kleingärtner Prenzlauer Berg, Egid Riedl.

Die Bezirkspolitiker engagieren sich seit Monaten verstärkt für die dauerhafte Sicherung der Kleingartenanlagen. Wie werten Sie das?

Egid Riedl: Mit ihren Beschlüssen hat sich die Bezirksverordnetenversammlung eindeutig für den Erhalt der noch bestehenden Kleingartenanlagen ausgesprochen. Das ist eine löbliche Sache. Doch nun müssen Taten folgen. Da ist allerdings der Senat gefragt. Der muss die Anlagen im Flächennutzungsplan und im Kleingartenentwicklungsplan festschreiben.

Sind denn in Prenzlauer Berg aktuell Kleingartenanlagen in ihrer Existenz gefährdet?

Egid Riedl: Nein. Anders als unser Nachbarverband Pankow haben wir es nur mit drei Flächeneigentümern zu tun. Das ist das Land Berlin als größter Eigentümer, die evangelische Kirche und das Unternehmen Bahn Landwirtschaft. Für unsere Anlagen auf Flächen des Landes Berlin wurde die Schutzfrist vom Berliner Senat bis 2020 verlängert. Allerdings sind die Gärten noch nicht auf Dauer gesichert.

Keine Anlage ist bisher als Dauerkleingartenanlage im Flächennutzungsplan gekennzeichnet. Warum nicht?

Egid Riedl: Ich hatte mich an den Regierenden Bürgermeister gewandt und um eine dauerhafte Sicherung der Kleingartenanlagen in Prenzlauer Berg gebeten. Er ließ mir mitteilen, dass die Anlagen in der Nähe des S-Bahnhofs Bornholmer Straße sowie am Volkspark Prenzlauer Berg aufgrund ihrer Lage zu den strategischen Flächenreserven Berlins gehören. Auf eine andere als die kleingärtnerische Nutzung dürfe nicht voreilig verzichtet werden. Deshalb werde sich der Senat auch noch nicht für eine Umwidmung der Flächen zu Dauerkleingärten einsetzen. Aber immerhin gebe es ja die Schutzfrist. Die könne gegebenenfalls verlängert werden. Diese Antwort zeigt mir, dass man hier immer noch Flächen für den Wohnungsbau vorhalten möchte.

Wie viele Kleingärten gibt es eigentlich im Ortsteil?

Egid Riedl: Wir haben in Prenzlauer Berg 814 Kleingärten in acht Anlagen. Unsere größte Anlage ist Bornholm I. Dort gibt es 236 Gärten. Die kleinste ist mit nur sieben Gärten die "Prenzlauer Vorstadt". Kleingärten in Prenzlauer Berg sind sehr begehrt. Wir haben zurzeit keine freien Parzellen. Als wir im vergangenen Jahr bei der Nummer 150 auf der Bewerberliste ankamen, mussten wir erst einmal einen Bewerbungsstopp verhängen. Auffällig ist, dass eine Verjüngung stattfindet. Viele junge Familien mit Kindern bewirtschaften inzwischen Parzellen in Prenzlauer Berg.

In den vergangenen Jahren erlebte manch Kleingärtner eine böse Überraschung, als er nach dem Winter auf seine Parzelle kam. Gab es in diesem Jahr wieder Einbrüche in Lauben?

Egid Riedl: Es gab etwa 35 Einbrüche. Besonders hart erwischt hat es Bornholm I. Dort wurde in besonders viele Lauben eingebrochen. Die neue Qualität daran ist, dass fast alles stehen gelassen wurde. Gestohlen wurden vor allem elektrische Kabel und Wasserrohre aus Kupfer. Es gab außerdem Vandalismus. Da wurden zum Beispiel Einrichtungsgegenstände mit Farbe besprüht.

Zu einem erfreulicheren Thema: Die Kleingärtner feiern auch gern. Können Sie schon einen kleinen Ausblick auf 2013 geben?

Egid Riedl: Ein Höhepunkt wird in diesem Jahr sicher wieder das Rosenfest sein, das für den 29. Juni von der Anlage Bornholm I organisiert wird. Da wird es wieder die Wahl einer Rosenkönigin und am Abend einen Rosenball geben. Außerdem planen wir für September in den Anlagen am Volkspark ein großes Kinderfest.


Bernd Wähner / BW
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