Wo Oma einst ihre Pimperlinge aufbewahrte

Jürgen Franke aus Prenzlauer Berg präsentiert eine Auswahl seiner gesammelten Geldbehältnisse. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Wenn er sie ausstellt oder auf Sammlertreffen präsentiert, staunen die Leute immer wieder: Jürgen Franke sammelt Geldbehältnisse. Sparbüchsen, Kassen, Geldbörsen, Wechsler und andere Behältnisse haben es dem 69-Jährigen angetan.

"Vor 40 Jahren fing ich mit dem Sammeln von Münzen und alten Geldscheinen anfing", erinnert sich Franke. "Dann schenkte mir eine Tante eine hölzerne Spardose voller Münzen. Doch nicht nur die Münzen, sondern auch die Spardose fand ich sehr interessant." Seit Mitte der 70er-Jahre sammelt Jürgen Franke daher auch Geldbehältnisse. Etwa 100 hat er inzwischen. Die Vielfalt ist erstaunlich. Eines der ältesten Stücke ist eine handgeschmiedete Eisenkassette aus dem 17. Jahrhundert. Handelsleute bewahrten in solchen Kassetten ihre Reichtümer auf, wenn sie sich auf Reisen begaben. Eine weitere Besonderheit ist ein Geldschlauch, wie ihn sich beispielsweise im 17. Jahrhundert Stülpner-Karl aus dem Erzgebirge um den Bauch gebunden haben könnte.Auch einen alten Geldwechsler aus den 1950er-Jahren, wie ihn früher die Schaffner in Straßenbahnen trugen, nennt Jürgen Franke sein Eigen. Sogar eine Marktfrauenkasse aus den 20er-Jahren gehört zu seiner Sammlung. Daneben hat er jede Menge Spardosen. Eine Metall-Windmühle ist ebenso dabei wie ein Keramik-Sparschwein, ein Brikett und ein Fässchen.

Eine andere Erfindung, um Leute zum Sparen zu bewegen, waren Spartresore von Banken. Franke: "Die Kunden nahmen diese kleinen Stahltresore mit nach Hause, der Schlüssel blieb aber in der Bank. Wenn der Tresor voll war, ging man damit zur Bank, die öffnete es und der Inhalt wurde gleich dem Konto des Kunden gutgeschrieben."

Doch wie kommt man zu so vielen ungewöhnlichen Sammelobjekten? "Manches bekam ich auf Flohmärkten, anderes bei Treffen von Münzsammlern, und manch einer, der von meinem Hobby erfuhr, bot mir Behältnisse direkt an", erzählt er. Mit seinem ungewöhnlichen Hobby ist Jürgen Franke gern gesehener Ausstellungsgast bei Sammlertreffen, aber auch auf Heimatfesten. Der nächste Höhepunkt für ihn ist die große Sammlerbörse am 23. März von 10 bis 18 Uhr im Ostbahnhof. An diesem Tag wird sich im Bahnhofsgebäude wieder alles um Münzen, Abzeichen, Orden, alte Geldscheine und andere Stücke drehen, die des Sammlers Herz erfreuen. Franke wird natürlich auch mit Behältnissen aus seiner Sammlung dabei sein.

Kontakt mit dem Sammler aus Prenzlauer Berg, der auch bereit ist, seine Sammelstücke im Rahmen von Ausstellungen in öffentlichen Einrichtungen zu präsentieren, kann man unter 423 87 94 aufnehmen.

Bernd Wähner / BW
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