Betten immer knapp: Die Notübernachtung an der Storkower Straße besteht seit einem Jahr

Die Leiterin Mara Fischer in einem der Zimmer der Notübernachtung. (Foto: Bernd Wähner)
 
In diesem einstigen Bürogebäude an der Storkower Straße 139c wurde die Notübernachtung eingerichtet. Gleich nebenan befindet sich die Flüchtlingsunterkunft Rupert-Neudeck-Haus. (Foto: Bernd Wähner)

Prenzlauer Berg. Vor einem Jahr eröffnete der gemeinnützige Verein „mob – obdachlose machen mobil“ seine neue Notübernachtung für obdachlose Menschen.

Wie wichtig diese Einrichtung ain der Storkower Straße 139c ist, merkten Leiterin Mara Fischer und ihre ehrenamtlichen Helfer im zurückliegenden Jahr sehr deutlich. „Auch als die Kältesaison am 31. März vorbei war, standen bei uns täglich bis zu 40 Leute vor der Tür, die für die Nacht ein Bett brauchten“, resümiert sie die vergangenen Monate. Allerdings hat die Einrichtung derzeit nur eine Genehmigung für 20 Übernachtungsplätze. Deshalb mussten immer wieder auch Menschen abgewiesen werden. „Vor Beginn der neuen Kältesaison entschieden wir uns, auf 31 Betten aufstocken“, so Mara Fischer. Dafür steht entsprechender Platz zur Verfügung. Aus Zwei-Bett-Zimmern könnten Drei-Bettzimmer gemacht werden. Und das behördlich vorgeschriebene Brandschutzkonzept ist inzwischen entsprechend angepasst worden.

Mit dieser Platzerweiterung ist die zuständige Senatsverwaltung einverstanden. Allerdings muss die Pankower Bauverwaltung sie noch genehmigen. Seit Wochen warte man auf das entsprechende Papier, berichtet die Leiterin der Notübernachtung. „Wir hoffen, dass wir bald diese Genehmigung bekommen, um unsere Kapazität erweitern zu können. Denn ich denke, niemand will obdachlose Menschen bei Kälte vor der Tür einer Notübernachtung stehen lassen.“

Dass die Notübernachtung 365 Tage im Jahr von 18 bis 8 Uhr offen gehalten werden kann, ist vor allem einem Stamm von 25 Ehrenamtlichen zu verdanken, der Mara Fischer unterstützt. „Jeder Gast bekommt ein Bett mit frischer Bettwäsche und einen abschließbaren Schrank für seine persönliche Habe“, sagt Fischer. „Es gibt selbstverständlich sanitäre Einrichtungen wie Toiletten und Duschen, eine Kleiderkammer, eine Wäschekammer, in der die Gäste ihre Kleidung waschen können, und einen Aufenthaltsraum mit Fernseher.“ Weil immer wieder auch Familien mit Kindern vor der Tür der Einrichtung stehen, wurde auch ein extra Familienzimmer eingerichtet. In diesem können Eltern mit Kinder ungestört eine Nacht verbringen.

Die Familien, aber auch alle anderen Obdachlosen werden natürlich beraten, wie sie ihre Situation verbessern könnten. So werden Familien zum Beispiel ans Jugendamt vermittelt, andere Obdachlose an die soziale Wohnhilfe. „Doch die soziale Wohnhilfe kann oftmals auch nicht helfen“, so Mara Fischer. „Von zehn Leuten, die eigentlich einen Anspruch auf eine Unterkunft haben, kommen acht zurück. Man findet einfach keinen Platz für sie. Es gibt in Berlin zu wenige Unterkünfte für Obdachlose. Deshalb tauchen viele immer wieder in unserer Notübernachtung auf.“

Finanziert wird die Notunterkunft zum Teil vom Senat über die sogenannte Bedarfsfinanzierung. Der größere Teil der nötigen Mittel kommt allerdings über Spenden von Privatpersonen und Firmen sowie den Verkauf des Magazins „strassenfeger“ zusammen. „Aber ohne unsere ehrenamtlichen Helfer, die Zeit spenden, könnten wir die Notunterkunft nicht betreiben“, fügt Mara Fischer hinzu. BW

Weitere Informationen auf www.strassenfeger.org.
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