Bewohner feierten den 40. Geburtstag des Mühlenviertels mit einem großen Fest

Während seines Rundgangs spielte Michael Müller auch eine Partie Blitzschach mit Hendrik Madeja, dem Vorsitzenden des Vereins Zugzwang 95. Dieser hat seine Trainingsstätte im Mühlenkiez. (Foto: Bernd Wähner)
 
Dieses Bild aus den Anfangszeiten des Mühlenkiezes in den 70er Jahren war in einer kleinen Fotoausstellung auf dem Fest zu sehen. (Foto: Bernd Wähner (Repro))

Prenzlauer Berg. Der Mühlenkiez gehört zu den ruhigeren Ecken des pulsierenden Ortsteils Prenzlauer Berg. Gelegen zwischen Greifswalder, Storkower, Kniprode- und Michelangelostraße wurde diese Plattenbausiedlung in den 70er-Jahren errichtet. Offiziell fertig gestellt wurde das Wohngebiet 1977. Das ist vierzig Jahre her.

Dieses Jubiläum nahmen die Bewohner zum Anlass, ein Kiezfest zu organisieren. Veranstalter waren die beiden großen Vermieter in diesem Gebiet, die Wohnungsbaugesellschaft Gewobag und die Wohnungsbaugenossenschaft WBG Zentrum. Der Mühlenkiez ist inzwischen ein Wohngebiet mit sehr viel Grün. Und nicht nur das: Es gibt dort auch eine sehr aktive Nachbarschaft. Diese engagiert sich zum Beispiel in Mieterbeiräten, Initiativen und bei Nachbarschaftsaktionen, wie einem traditionellen Frühjahrsputz.

Etwa 7100 Menschen leben dort in rund 3200 Wohnungen. Diese sind inzwischen größtenteils saniert worden. Aber es fehlt an sozialer und kultureller Infrastruktur. Grün-, Frei- und Spielflächen müssten ebenfalls mal wieder auf Vordermann gebracht werden. Mit Blick auf das Vorhaben des Landes Berlin, gleich neben dem Viertel an der Michelangelostraße ein neues Wohnquartier errichten zu lassen, soll deshalb in den nächsten Jahren in den Mühlenkiez investiert werden. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) beschloss vor einiger Zeit, dass ein Integriertes städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (Isek) für diesen Kiez erarbeitet werden soll. In den vergangenen Monaten wurde intensiv daran gearbeitet. Damit möglichst viele Ideen der Bewohner mit einfließen können, fand eine umfangreiche Bürgerbeteiligung statt. Die Bestandsaufnahme zeigte, dass dort eine Generalüberholung nötig ist. In allen Infrastrukturbereichen gibt es Defizite.

Es fehlt an ausreichend Spiel- und Bewegungsflächen, und bei den vorhandenen lässt die Qualität zu wünschen übrig. Defizite gibt es auch in den Bereichen Kultur und Bildung, Handel und Nahversorgung, es fehlt an sozialen Einrichtungen und Treffpunkten für die Bewohner. Und das Wegenetz im Kiez müsste ebenfalls erneuert werden. Insgesamt acht Handlungsfelder machte das mit der Erstellung des Isek beauftragte Büro „die raumplaner“ aus.

Ausgehend davon wurden in Abstimmung mit Bewohnern konkrete Aufgaben festgelegt, wie zum Beispiel die Sanierung von Spiel- und Bolzplätzen, der Heinrich-Böll-Bibliothek, von Wegen oder Kitas. Derzeit befindet sich das Isek in der Abstimmungsphase, und noch in diesem Sommer soll es einen Schlussbericht geben.

„Ich freue mich, dass dieses Isek für den Mühlenkiez erarbeitet wird“, sagt der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD). Er kam als Gast zum Kiezfest „40 Jahre Mühlenkiez“. Mit etwa 45 Millionen Euro werde in den kommenden zehn Jahren die Infrastruktur in diesem Viertel auf Vordermann gebracht, so Müller. Bei einem Gang über das Kiezfest bekam Müller dann auch mit, wie nötig diese Investitionen sind und wie engagiert sich die Bewohner für ihr Viertel einsetzen.

Viele Bewohner bleiben ihrem Kiez jahrelang verbunden. Der älteste ist mit 95 Jahren Hans Blank. Dieser wohnte dort bereits, als das Gelände noch Kleingartenanlage war. Später zog er in eine der neu gebauten Wohnung. Neben ihm wohnen immerhin noch 100 Erstmieter im Mühlenviertel. BW

Weitere Informationen zum Isek auf http://asurl.de/13go.
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