Sie werden Naturdenkmal - der Zustand einiger Bäume ist jedoch schlecht

An der Bösebrücke blühen die Kirschbäume im Frühjahr: Aber nicht alle Bäume sind langfristig zu erhalten. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Ein Teil der japanischen Kirschbäume, die kurz nach dem Mauerfall im Bezirk gepflanzt wurden, soll unter Schutz gestellt werden.

Darüber informierte Umweltstadtrat Torsten Kühne (CDU) die Bezirksverordnetenversammlung. Der Fall der Berliner Mauer 1989 rief in Japan große Begeisterung hervor. Ihre Sympathie mit dem wiedervereinigten Berlin wollten die Japaner mit einer besonderen Geste bekunden.

Nach einem Aufruf eines Fernsehsenders sammelten sie im Rahmen der "Sakura-Campaign" Geld für japanische Kirschbäume. Diese sollten in Berlin an symbolträchtigen Orten gepflanzt werden. Im Bezirk sind insgesamt 518 dieser gespendeten Kirschbäume in neun Bereichen gepflanzt worden.

Alle Kirschbäume, die im Rahmen der "Sakura-Campaign" gepflanzt wurden, sollten in die Naturdenkmalliste aufgenommen werden. Diesen Beschluss fasste die BVV vor einem Jahr. Die Bäume seien nicht nur besondere botanische, sondern auch kulturgeschichtlich schützenswerte Baumgruppen, so die Verordneten.

Der Bezirk prüfte inzwischen die einzelnen Standorte. Fünf Bereiche erweisen sich dabei als unproblematisch, berichtet Stadtrat Kühne. "Für diese fünf Standorte wird in einem ersten Schritt die Unterschutzstellung als Naturdenkmal bei der zuständigen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung beantragt." Bei diesen Standorten handelt es sich um die Schwedter Straße 76-90 auf dem früheren Mauerstreifen, den Volkspark Prenzlauer Berg, den Mauerweg nördlich der Bornholmer Straße sowie die Städtischen Friedhöfe III und VII. Insgesamt umfassen diese Standorte 317 Bäume.

Die Kirschbäume auf dem ehemaligen Grenzstreifen nördlich der Bornholmer Straße machen allerdings einige Probleme. Rund 25 der 116 Bäume sind in so schlechtem Zustand, dass sie voraussichtlich in den kommenden fünf Jahren entfernt werden müssen. Durch eine fachgerechte Bestandspflege wären die Bäume aber zu retten. Dieses Erfordernis sei im Antrag zur Unterschutzstellung vermerkt worden, so Kühne.

Wirklich problematisch sieht es allerdings mit der Aufnahme in die Naturdenkmalliste für die Kirschbäume an den anderen vier Standorten aus: An der Wollank- /Wilhelm-Kuhr-Straße, an der Norwegerstraße, im Ernst-Thälmann-Park sowie östlich der Bösebrücke. Diese vier Kirschbaumstandorte werden noch einmal eingehend untersucht. Erst wenn klar ist, dass zumindest der überwiegende Teil dieser Bäume eine längere Lebensdauer haben wird, werde in einem weiteren Schritt auch die Unterschutzstellung an diesen Standorten beantragt, so Kühne.


Bernd Wähner / BW
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