Syrische Kinder versuchen Traumata zu verarbeiten

Die Künstlerin Nahla AlChanaah gestaltete mit syrischen Kindern eine Ausstellung. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Bilder von syrischen Kindern sind bis Ende November in der Freizeiteinrichtung GO zu sehen. Unter dem Motto "Ich mach mir mein Leben hier bunt" wurden diese Bilder von Fünf- bis Zwölfjährigen gemalt, die mit ihren Familien aus ihrer syrischen Heimat flüchten mussten.

Sie fanden im Flüchtlingsheim in Prenzlauer Berg sowie in Wohnungen in angrenzenden Ortsteilen inzwischen eine sichere Unterkunft.

Initiiert wurde das Malprojekt von der Künstlerin Nahla AlChanaah. Sie kam vor 14 Jahren aus Syrien nach Berlin, um hier Kunst, Mediengestaltung und Anglistik zu studieren. Mit großer Sorge verfolgte sie in den vergangenen Jahren die Entwicklungen in ihrem Heimatland.

"Ich nahm Kontakt zu Organisationen auf, die sich an den Grenzen zu Syrien um die Flüchtlinge kümmern", berichtet sie. "Die Situation dort ist erschreckend. Eine ganze Generation von Kindern wächst traumatisiert auf. Das berührt mich so, dass ich unbedingt in Berlin etwas tun wollte."

Nahla AlChanaah weiß, dass Kinder durch kreative Betätigung ein wenig ihre Traumata verarbeiten können. Deshalb entwickelte sie ein Malprojekt für syrische Flüchtlingskinder. Für dessen Umsetzung erhielt sie eine Förderung vom Deutschen Kinderhilfswerk. Das Bezirksamt unterstützt das Projekt, indem es seine Räume in der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung GO an der Schönhauser Allee 165 sowie Malutensilien zur Verfügung stellt.

Seit vergangenem Sommer malte Nahla AlChanaah regelmäßig an einem Nachmittag in der Woche mit 15 Kindern. "Für die Kinder war es sehr ungewöhnlich, mit Pinsel und Tusche zu malen. Viele hatten bisher nur mit Stiften gezeichnet", erklärt die Künstlerin. Aber nachdem sie erst einmal die Mal-Fertigkeiten entwickelt hatten, waren alle mit Herzblut bei der Sache.

"Wir haben Bilder gestaltet, auf denen sich die Kinder an ihre Heimat erinnern. Ein weiteres Thema ist die Flucht. Dann setzten sie sich mit ihren Träumen auseinander, und schließlich malten sie, was sie sich für die Zukunft wünschen."

Insgesamt 60 Bilder sind in der Ausstellung zu sehen. Allerdings reichten die Finanzmittel nur für die Rahmung der Hälfte der Bilder. Für die andere Hälfte werden noch Rahmen benötigt. Dafür sind Spenden in der Freizeiteinrichtung GO herzlich willkommen.

Geöffnet ist die Ausstellung an der Schönhauser Allee 165 bis Ende November Montag bis Freitag von 13 bis 20 Uhr. Am 2. Dezember zieht sie dann in das Nachbarschaftshaus am Teutoburger Platz, Fehrbelliner Straße 92, um. Dort wird sie dann bis zum Ende des Jahres zu sehen sein. Weitere Informationen zur Ausstellung: http://kjfe-go.bplaced.net/category/news/ sowie über den E-Mail-Kontakt wattasir@hotmail.com.

Bernd Wähner / BW
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