Zeit zum Zuhören: Walli Lipke ist seit 20 Jahren Patientenfürsprecherin

Sie ist seit 20 Jahren Patientenfürsprecherin des Krankenhauses Prenzlauer Berg: Walli Lipke. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Walli Lipke kümmert sich seit 20 Jahren um die Anliegen von Patienten. Die 78-Jährige ist ehrenamtliche Patientenfürsprecherin im Vivantes-Krankenhaus an der Fröbelstraße 15.

Jeden Donnerstag von 15 bis 17 Uhr bietet Walli Lipke im Raum 014 im Erdgeschoss Sprechstunden an. Dann können Patienten, aber auch deren Angehörige ihre Anliegen vortragen. Außerhalb der Sprechstunde ist unter 130 16 12 33 ein Anrufbeantworter geschaltet. "Den höre ich jeden Tag ab. So kann ich bei aktuellen Anliegen auch zeitnah reagieren", erklärt Lipke.

Zu ihrem Ehrenamt kam sie eher zufällig. Walli Lipke saß für die SPD in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV), die die Patientenfürsprecher wählt. 1994 fragte man sie, ob sie diese Aufgabe übernehmen könne. Das hängt auch mit ihrem beruflichen Werdegang zusammen. Immerhin hatte sie beim DRK einmal Pflegerin gelernt, arbeitete dann unter anderem im früheren Kinderkrankenhaus Weißensee, aber auch in Pflegeheimen.

Anfang 1995 trat Walli Lipke ihr Ehrenamt an und hatte sofort einen Draht zum Leitungspersonal des Krankenhauses. Die Mitarbeiter merkten sehr schnell, dass die Patientenfürsprecherin nicht mit Belanglosigkeiten kommt, sondern mit Dingen, die die Patienten wirklich beschäftigen.

Wichtig ist für Walli Lipke, dass alle Anliegen in einem angemessenen Ton behandelt werden, sowohl von Seiten der Patienten und Angehörigen, als auch von Seiten der Krankenhausmitarbeiter. Viele Anliegen ließen und lassen sich unbürokratisch und schnell klären. Manchmal nimmt Walli Lipke die Sache gleich selbst in die Hand. "Wenn sich eine Patientin zum Beispiel statt des einen Stuhls für Besucher zwei in ihrem Zimmer wünscht: Dann gehe ich auch schon mal in den Flur und hole einfach einen zweiten rein", sagt sie lächelnd.

Ein weiteres Beispiel: Patienten sind mitunter verunsichert, wenn bei der Visite von den Ärzten nur Fachbegriffe verwendet werden. "Da reicht manchmal, nur verständlicher mit den Patienten zu sprechen und sie sind gleich zufriedener", berichtet die Fürsprecherin. Sie gibt Ärzten dann einen entsprechenden Hinweis. Walli Lipke bietet nicht nur Sprechzeiten an, sie besucht auch die Patienten auf ihren Zimmern, fragt wie es ihnen geht oder ob sie etwas brauchen. Vor allem aber hört sie zu. "Im Krankenhaus haben die Menschen Zeit zum Nachdenken. Da wollen sie dann auch mal über dieses oder jenes reden. Ärzte und Schwestern haben aber wenig Zeit. Ich muss hingegen nicht immer auf die Uhr schauen."

Einmal im Jahr informiert Walli Lipke, wie auch die anderen sieben im Bezirk tätigen Patientenfürsprecher, die BVV in einem Tätigkeitsbericht über ihre Arbeit. Dass sie ihr Ehrenamt seit nunmehr 20 Jahren ausübt, zeugt davon, wie zufrieden ihre Gesprächspartner auf allen Seiten sind.


Bernd Wähner / BW
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