Anwohner befürchten mehr Verkehr auf der Malmöer Straße

Die Malmöer Straße wird zur Umleitungsstrecke für die Zeit der Bauarbeiten an der Bösebrücke umgebaut. Das Kopfsteinpflaster soll komplett verschwinden. (Foto: Stefan Zimmermann)

Prenzlauer Berg. Auf der Malmöer Straße wird wieder gebaut. Doch diesmal finden gravierende Veränderungen statt, die Anwohner schlimmes befürchten lassen.

Seit einiger Zeit ist die Malmöer Straße gesperrt. Bauleute entfernen die historischen, über 100 Jahre alten Pflastersteine von der Fahrbahn. Ersetzt werden sie durch Asphaltbeton. Damit soll die Straße nicht nur leiser, sondern auch belastbarer werden. Denn die Straße werden schon bald weit mehr Autos als bisher passieren.

Der Senat plant nämlich, die Bösebrücke an der Bornholmer Straße zu sanieren. Sie wird Richtung Osten gesperrt. Der Fahrzeugverkehr soll in diese Richtung über die Behmbrücke fließen. Weil die Schönhauser Allee in den Hauptverkehrszeiten meist verstopft ist, haben sich die Planer im Senat die Malmöer Straße als Umleitungsstrecke ausgeguckt. Diese soll während der zweijährigen Bauarbeiten zur Einbahnstraße gemacht werden und dann zweispurig zu befahren sein. Außerdem ist geplant, die Busse des Schienenersatzverkehrs für die Straßenbahnlinien M13 und 50 durch die Straße fahren zu lassen.

Damit der Verkehr ungebremst rollen kann, wird nicht nur der Fahrbahnbelag ausgewechselt, auch sogenannte Bremsschwellen, die mit dafür sorgen, dass in der bisherigen Tempo-30-Zone auch wirklich diese Geschwindigkeit eingehalten wird, sollen verschwinden. All diese Baumaßnahmen haben bereits begonnen, obwohl das Umleitungs- und Verkehrskonzept für den Umbau der Bösebrücke noch nicht einmal beschlossen ist.

Das erfuhren die Anwohner, als sie Näheres von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wissen wollten. "Man teilte uns mit, dass die Abstimmung zwischen den verschiedenen Behörden und der BVG noch andauern würde", so Anwohner Stefan Zimmermann. Außerdem erfuhren sie, dass ihre Beteiligung an den ganzen Umfahrungsplanungen weder gesetzlich vorgeschrieben noch erwünscht ist. Die Anwohner sind nicht nur deshalb empört und verärgert. Erst vor knapp einem Jahr hatten die Berliner Wasserbetriebe schon einmal die Malmöer Straße aufgerissen. Das Unternehmen wurde seinerzeit verpflichtet, das historische Pflaster wieder zu verlegen. Und nun wird es endgültig entfernt.

Das wiederum weckt bei den Anwohnern eine weitere Befürchtung. Wenn die Arbeiten an der Brücke beendet und die Umleitungsstrecke nicht mehr benötigt wird, könnte die Malmöer Straße weiterhin als Umfahrungsstrecke genutzt werden. Das würde dann dauerhaft zu einer Zunahme des Verkehrs und damit zu einer höheren Verkehrsbelastung führen. Die Anwohner wollen die Entwicklung genau beobachten und fordern ein durchdachtes und für sie verträgliches Umleitungs- und Verkehrskonzept für die Zeit der Bauarbeiten.


Bernd Wähner / BW
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