Anwohner informierten Politiker über Verkehrsprobleme in der Sültstraße

Wolfgang Ratzel erläutert den Teilnehmern des Vorort-Termins, wie der Schleichverkehr in der Sültstraße fließt. Eine Initiative macht dagegen mobil. Auch nach einem BVV-Beschluss hat sich nichts geändert. (Foto: Bernd Wähner)

Prenzlauer Berg. Eine Einwohnerinitiative aus der Carl-Legien-Siedlung macht sich dafür stark, dass der Schleichverkehr durch ihr Wohngebiet unterbunden wird.

Damit sich Bezirkspolitiker ein Bild von der Situation machen können, luden Anwohner und die Abgeordnete Clara West (SPD) kürzlich morgens um 7.30 Uhr zu einem Vorort-Termin ein. Die Stadträte Torsten Kühne (CDU, zuständig für die Verkehrsbehörde) und Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen, zuständig für den Straßenbau) sowie die BVV-Ausschussvorsitzenden Wolfram Kempe (Die Linke, Verkehr) und Roland Schröder (SPD, Stadtentwicklung) folgten neben weiteren Verordneten der Einladung.

Wolfgang Ratzel und Gerlinde Rudolf aus der Sültstraße machen sich bereits seit geraumer Zeit für eine Unterbindung des Schleichverkehrs stark. Denn die enge Sültstraße wird immer mehr von Autofahrern genutzt, um die Kreuzung an der Weißenseer Spitze zu umfahren. Doch die Sültstraße ist sehr eng. Damit die Autofahrer rasch durch die Straße kommen, bevor ihnen ein anderes Auto entgegenkommt, wird ordentlich aufs Gaspedal getreten. Dabei werden die erlaubten 30 Kilometer pro Stunde weit überschritten. Damit steigt auch das Unfallrisiko in der unübersichtlichen Straße.

Damit die Sültstraße sicherer wird, schlugen die Anwohner vor zwei Jahren eine Einbahnstraßenregelung vor. Diese sei mit geringem Kostenaufwand umzusetzen und erfordere keine baulichen Veränderungen auf der Straße. Dieser Argumentation konnten sich auch die Verordneten anschließen und fassten einen entsprechenden Beschluss.

Einbahnstraßenregelung abgelehnt

Nach Prüfung des Beschlusses musste Stadtrat Kühne jedoch mitteilen, dass aus unterschiedlichen Gründen eine Einbahnstraßenregelung nicht eingeführt werden kann. Solche verkehrlichen Anordnungen dürften nur erfolgen, wenn eine erhebliche Verkehrsgefährdung vorliege. Die 60 Fahrzeuge pro Stunde, die in Spitzenzeiten die Sültstraße durchfahren, seien üblich für den innerstädtischen Verkehr in Berlin, so Kühne. Auch die Zahl von Unfällen sei nicht signifikant. Damit lasse sich keine Anordnung einer Einbahnstraße begründen, die auch einer juristischen Prüfung standhalte.

Mit dieser Entscheidung wollen sich die Anwohner aber nicht zufriedengeben. Denn nicht nur in der Sültstraße fühlen sich Anwohner durch den Schleichverkehr belästigt, auch in der Gubitzstraße nimmt er stetig zu. Deshalb unternehmen sie einen weiteren Versuch, um mit Unterstützung der Abgeordneten Clara West die Situation zu verändern.

Die Vor-Ort-Besichtigung in der Sült- und Gubitzstraße führte den Politikern die Situation vor Augen. Aber eine Lösung hatte noch keiner parat. Clara West: „Dieses Treffen verstehe ich als einen ersten Austausch, bei dem wir Informationen zusammentrugen und Fragen sammelten. Das Gespräch zwischen Anwohnern und Bezirkspolitikern muss weitergehen.“ BW
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.