Bezirkspolitiker denken über eine neue Lösung für den Radweg an der Schönhauser Allee nach

Der Radweg auf der Schönhauser Allee besteht aus Gehwegplatten. (Foto: Bernd Wähner)

Prenzlauer Berg. Er ist viel genutzt, aber alles andere als attraktiv: der Radweg auf der Schönhauser Allee.

Als Anfang der 90er-Jahre der Umbau der Schönhauser Allee geplant wurde, waren die Vorstellungen von einem sicheren Radweg noch ganz andere als heute. So würde 2016 zum Beispiel niemand mehr einen Radweg mit Gehwegplatten bauen. Keiner würde den Radweg hinter Straßenbahnwartehäuschen entlangführen, weil sich dort Fußgänger und Radler in die Quere kommen könnten. Hinzu kommt, dass der Radweg viel zu schmal ist und zu dicht an Bäumen entlang führt. Deshalb gibt es nur für ein Fünftel der 6,5 Kilometer Radweg auf der Schönhauser eine offizielle Benutzungspflicht.

Die Anlage des Radweges und seine Plattenbauweise führen dazu, dass es inzwischen immer wieder Schäden gibt. So senken sich zum Beispiel Platten auf dem Weg ab. "Eigentlich müsste der Radweg komplett saniert werden“, erklärt der Leiter des Pankower Straßen- und Grünflächenamts, Andreas Johnke, im Verkehrsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Die bisherigen Platten könnten dann durch Asphalt ersetzt werden. Der würde mehr Sicherheit bringen. Auch weniger Reparaturen auf dem Radweg wären nötig. Aber eine Sanierung würde etwa eine halbe Million Euro kosten. Das Geld könnte der Bezirk aus dem Radwegeprogramm des Senats bekommen. Doch das gibt es nur, wenn ein Radweg von 1,60 Metern Breite garantiert wird. Das ist auf der Schönhauser Allee nur in wenigen Abschnitten möglich. Teilweise stehen Bäume so dicht am Radweg, dass er weit schmaler ist.

Die Alternative ist, dass der Bezirk den Radweg auf der Schönhauser Allee neu anlegt. Er könnte zum Beispiel durchgängig und vor allem in ausreichender Breite auf der Fahrbahn markiert werden. Dann könnten auch die Fußgänger mehr Platz auf den Gehweg bekommen. Diese Auffassung vertritt die Mehrheit der Verordneten im Verkehrsausschuss.

Der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Roland Schröder, sagt: „Wenn wir hier viel Geld in die Hand nehmen, dann müssen wir gleich eine langfristige Lösung schaffen. Die kann nur in einem breiteren Radweg auf der Straße bestehen.“ Deshalb erteilte der Ausschuss dem Straßen- und Grünflächenamt den Auftrag, den Radweg erst einmal weiter nur zu reparieren, wenn Gefahr in Verzug ist. Gleichzeitig sollen vom Amt aber die planerischen Grundlagen geschaffen werden, damit es auf der Schönhauser Allee künftig einen ausreichend breiten Radweg geben kann. Danach wollen die Bezirkspolitiker weiter entscheiden. BW
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