Bezirksverordnete revidieren Entscheidung des Bezirksamts zur Anton-Saefkow-Straße

Prenzlauer Berg. Alles zurück auf Anfang! In der Anton-Saefkow-Straße darf wieder wie früher schräg geparkt werden, und Radfahrer dürfen nicht mehr entgegen der Einbahnstraßenrichtung fahren.

Diesen Beschluss fasste die Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Damit reagiert sie auf die massiven Proteste von Anwohnern – und revidiert eine Entscheidung der Pankower Straßenverkehrsbehörde. Die ließ nämlich im Juli 2016 Längs- statt des bisherigen Schrägparkens anordnen. Zugleich durften Radfahrer fortan in beide Richtungen die Einbahnstraße durchfahren. Dieser Anordnung ging eine mehrjährige Diskussion voraus. ADFC und der BUND forderten die Öffnung der Einbahnstraße für den Radverkehr in Gegenrichtung. Das Bezirksamt sagte im April 2016 schließlich die Umsetzung dieser Maßnahme zu. Nach Abstimmung mit der Polizei ordnete die Straßenverkehrsbehörde eine Öffnung der Anton-Saefkow-Straße für den Radverkehr in beide Fahrtrichtungen an. Damit verbunden war eine neue Parkordnung für Pkw.

Das Fatale an der Sache: Niemand hatte die Anwohner informiert. Das gestand der damalige Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen) im Herbst ein. Die ersten Anwohner bekamen die Neuregelung erst mit, als das Ordnungsamt Knöllchen verteilte. Woran es lag, dass die Anwohnerinformation verschlafen wurde, ließ sich im Nachgang nicht mehr ergründen. Anwohner machten indes gegen die neuen Regelungen mobil, starteten eine Online-Petition. Nicht zuletzt deshalb nahm sich der Verkehrsausschuss der BVV des Themas an. In drei Sitzungen wurden unterschiedliche Varianten diskutiert. Ziel war es, eine Lösung für Auto- und Radfahrer zu finden, die auf größtmögliche Akzeptanz stößt. Die sieht nun so aus, dass zunächst der alte Zustand wiederhergestellt wird.

Damit Radfahrer in diesem Bereich in beide Richtungen fahren können, beschloss die BVV die Anlage eines separaten Radweges. Dieser soll auf der Nordseite der Anton-Saefkow-Straße von der Kniprodestraße bis zur Greifswalder Straße gebaut werden. Die Finanzierung erfolgt aus dem Programm Stadtumbau Ost. BW
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Barbara Wiedemann aus Prenzlauer Berg | 15.03.2017 | 20:07  
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