Der Gleimtunnel bleibt für Autofahrer erst einmal gesperrt

Blick in den Gleimtunnel: Die Unterführung ist 110 Jahre alt. (Foto: Schilp)
Berlin: Gleimtunnel |

Prenzlauer Berg. Schlechte Nachrichten für Autofahrer: Der Gleimtunnel bleibt wahrscheinlich bis November geschlossen. Fußgänger und Radfahrer dürfen ihn dagegen ab dem 18. August wieder passieren. Das teilte nun Baustadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne) mit.

Der Wolkenbruch am 27. Juli hatte den Tunnel geflutet, Autos mitgerissen und ineinander geschoben. Die Unterführung musste gesperrt werden. Für den westlichen Teil gab ein Statikgutachten schon zwei Tage später Entwarnung. Für den östlichen Teil wurde es erst jetzt in Auftrag gegeben.

Der Grund: Auf der Gesundbrunner Gebiet hat die „Groth Gruppe“ zeitweise die Verantwortung übernommen. Sie errichtet am Mauerpark rund 700 Wohnungen, eine Baustraße führt über einen Teil des Tunnels, und das Unternehmen lässt regelmäßig statische Messungen machen. Deshalb war das Gutachten schnell erstellt, die Lkw rollen längst wieder.

Beim Tunnelteil, der auf Prenzlauer Berger Seite liegt, ist die Situation komplizierter: Das Land Berlin und die Deutsche Bahn streiten seit Jahren über die Zuständigkeiten. „Wir können nicht warten, bis die Sache entschieden ist. Die östliche Seite wird nun auf Verkehrssicherheit geprüft, die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zahlt“, so Kirchner. Er rechnet mit einer Dauer von zwei bis drei Monaten.

Die Zeit will er aber nicht ungenutzt verstreichen lassen, sondern Arbeiten vorziehen, die ursprünglich für den Herbst geplant waren. „So können wir darauf verzichten, den Tunnel dann wieder für mehrere Wochen zu sperren“, sagt Kirchner. Das Vorhaben: Vor der Einfahrt auf der westlichen Seite entsteht ein kleiner Kreisverkehr, von dem eine neue Zufahrt zur Groth-Baustelle abgeht und die auch später von den Bewohnern des Wohnquartiers genutzt werden wird. „Unsere jetzige Baustraße dürfen wir nur noch wenige Wochen befahren, sie wird Teil der Mauerpark-Erweiterung“, sagt Anette Mischler, Sprecherin der Groth-Gruppe.

Auch im Tunnel tut sich etwas: Die Fahrradfahrer, die sich bisher einen Weg mit den Fußgängern teilen mussten, bekommen eine eigene, asphaltierte Spur auf der Straße. Die Autos indes werden weiter auf dem alten Kopfsteinpflaster rollen. Doch schon am 18. August dürfen Radler und Fußgänger den Tunnel wieder befahren und betreten. Derzeit wird geprüft, ob es nötig ist, einige Stützpfeiler aufzustellen. „Wir müssen die gegenwärtige Nutzung sichern“, sagt Kirchner – mit Blick auf die nicht wenigen Menschen, die ungeachtet der Achtung-Lebensgefahr-Schilder die Absperrgitter einfach zur Seite schieben und ihren Weg durch die Unterführung nehmen. sus
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