Doch kein Durchgangsverkehr im Gleimviertel während der Bauarbeiten am Mauerpark

Prenzlauer Berg. Der geplante Bau des Stauraumkanals unter dem Mauerpark wird zu keiner höheren Verkehrsbelastung im Gleimviertel führen.

Das ist das Ergebnis der jüngsten Verhandlungen zu den Planungen und zum Bau des Kanals. Unter dem Mauerpark wollen Wasserbetriebe und Senat in absehbarer Zeit einen 7000 Kubikmeter fassenden Stauraumkanal bauen. Vorgesehen ist, eine Röhre mit 3,8 Meter Durchmesser und 725 Meter Länge in geschlossener Bauweise unter dem Mauerpark zu verlegen. An der Gleimstraße und an der Bernauer Straße soll es Einstiegsschächte geben, über die die Rohre in die Erde gepresst werden.

Mit dem Kanal soll die Belastung der Berliner Gewässer mit Schmutz und Schadstoffen verringert werden. Wenn es sehr stark regnet, sind die Klärwerke überlastet. Wasser von den Straßen wird dann völlig ungefiltert in fließende Gewässer gespült. Damit diese Umweltverschmutzung gestoppt wird, einigten sich Senat und Wasserbetriebe darauf, dass in Berlin ausreichend Stauraumkanäle gebaut werden. Dort kann das Regenwasser bis zur Filterung zwischengespeichert werden.

Dass solch ein Stauraumkanal unter dem Mauerpark sinnvoll ist, ist unstrittig. Doch über das Verkehrskonzept für die Zeit der Bauarbeiten gab es von Anfang an kontroverse Debatten zwischen Anwohner, Wasserbetrieben und Senat. Anwohner befürchteten vor allem, dass der Verkehr, der bisher über die Gleimstraße rollt, während der zweijährigen Bauzeit über Straßen im Wohngebiet umgeleitet wird. Damit würde die Verkehrsbelastung erheblich zunehmen.

Seit 2013 verhandeln deshalb Vertreter der Anwohnerschaft mit dem Bezirksamt, dem Senat und den Wasserbetrieben. Jetzt ist klar: Die Kopenhagener, Korsörer und Schwedter Straße bleiben während der Bauarbeiten für den Durchgangsverkehr geschlossen. Die Gleimstraße wird nicht ganz, wie bisher vorgesehen, sondern nur halbseitig gesperrt. „Die bisherigen Verhandlungen mit den Bürgern haben ergeben, dass es keine Akzeptanz für eine Öffnung der Seitenstraßen im Gleimviertel gibt und geben wird“, so Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen). Deshalb habe man sich auf eine Lösung geeinigt, die ohne einen Durchgangsverkehr durch die Straßen im Kiez auskomme.

Die Planungen für den Stauraumkanal laufen inzwischen auf Hochtouren. Für 2016 ist eine Ausschreibung der Arbeiten vorgesehen. Baubeginn soll 2017 sein. BW
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