Kinder demonstrieren für ihre temporäre Spielstraße in der Gudvanger Straße

Prenzlauer Berger Kinder starteten mit ihrer Demo zur Gudvanger Straße vom Roten Rathaus aus. (Foto: Volksentscheid Fahrrad/Norbert Michalke)
Berlin: Gudvanger Straße |

Prenzlauer Berg. Mit einer Fahrraddemonstration vom Roten Rathaus bis zur Gudvanger Straße demonstrierten etwa 50 Kinder für sichere Radwege und die geplante temporäre Spielstraße am Humannplatz.

Die Kinder forderten mit ihren Unterstützern ein Recht auf Spielen im öffentlichen Raum und Radwege, die auch für Kinder sicher sind. „Kinder werden in Berlin systematisch diskriminiert. Es gibt kaum sichere Radwege, auf denen Kinder alleine und sicher von A nach B kommen könnten“, so Stefan Meißner von der Initiative Volksentscheid Fahrrad. Er initiierte die Demo.

Ebenso versperren jährlich mehr und mehr Autos Flächen, auf denen eigentlich Kinder spielen könnten. Deshalb riefen die Prenzlauer Berger Initiative Temporäre Spielstraße und die Initiative Volksentscheid Fahrrad zur Kinderfahrraddemo auf. „Kinder müssen spielen und sich bewegen können, sonst werden sie geistig träge und übergewichtig“, so Matthias Groh von der Initiative Temporäre Spielstraße.

Versuche, Straßenflächen auch nur vorübergehend zum Spielen für Kinder zurückzugewinnen, scheiterten am Egoismus und den gerichtlichen Klagen von Autofahrern. Die Politik hätte schon längst eine andere Entwicklung anschieben müssen, meint Matthias Groh. Das Berliner Straßengesetz hätte so geändert werden müssen, dass temporäre Spielstraßen von den Bezirken leichter angeordnet werden können.

Trotz eines einstimmigen Beschlusses der Bezirksverordneten von Pankow und vieler Mühen des Bezirksamts ist es bisher nicht gelungen, in der Gudvanger Straße Berlins erste temporäre Spielstraße einzurichten. Das Konzept wird in anderen Städten wie Bremen und Frankfurt längst praktiziert: tagsüber spielen, nachts parken.

„Trotz der vielen Unterstützer klagen immer wieder Einzelne dagegen. Der neue Senat ist gefordert, sich systematisch mehr für Kinder einzusetzen. Das wäre zeitgemäße Politik“, fordert Matthias Groh. Noch ist beim Verwaltungsgericht eine Klage gegen die geplante temporäre Spielstraße anhängig. Erst wenn darüber entschieden ist, hat das Bezirksamt Rechtssicherheit dazu, was machbar ist – oder auch nicht. BW
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