Am 3. Februar ist der Geburtstag der Bildhauerin Ingeborg Hunzinger

Ingeborg Hunzinger im Mai 2005. (Foto: Ralf Drescher)

Rahnsdorf. Ingeborg Hunzinger wohnte über ein halbes Jahrhundert in einem alten Haus im Ortskern von Rahnsdorf. Am 3. Februar wäre sie 100 Jahre alt geworden. Eine Ausstellung würdigt ihr Werk.

Der Vater Hunzingers war der Chemiker Hans-Heinrich Franck, der nach dem Zweiten Weltkrieg unter anderem die Stickstoffwerke Piesteritz leitete. Weil ihre Mutter Jüdin war, wurde ihr das Studium verboten, sie ging nach Italien. Nach dem Krieg kam sie nach Ostberlin, war ab 1951 Meisterschülerin bei Fritz Cremer. Zwei Jahre später bezog sie das Haus in Rahnsdorf und arbeitete seitdem als freischaffende Bildhauerin.

Ungezählte Kleinskulpturen von Ingeborg Hunzinger befinden sich in Privatbesitz, Großskulpturen entstanden zu DDR-Zeiten im öffentlichen Auftrag, unter anderem für Grünanlagen im damals neuen Stadtbezirk Marzahn. In Treptow-Köpenick gibt es an öffentlichen Orten mehrere Werke von ihr. So "Die böse Wolke" hinter der Rahnsdorfer Dorfkirche, "Die sich Erhebende" im Luisenhain am Köpenicker Rathaus und "Älteres Paar" am Püttbergeweg in Rahnsdorf, nur wenige Meter von ihrem langjährigen Domizil entfernt. Mit das bekannteste Werk ist "Block der Frauen", mit dem die Künstlerin an der Rosenstraße in Mitte an die Proteste von Frauen aus sogenannten Mischehen erinnert, die 1943 die Freilassung ihrer jüdischen Ehemänner erreichten.

Für die Jubiläumsausstellung in der Galerie Alte Schule in Adlershof hat der Kunsthistoriker Jens Semrau zahlreiche Werke zusammengetragen. "Ich habe Frau Hunzinger 1978 bei einer Ausstellung kennengelernt. Sie hat damals viel für den öffentlichen Raum gearbeitet. Dass zeigen wir unter anderem mit Fotos aus ihrem Nachlass", erzählt Semrau.

Daneben sind rund 80 Zeichnungen der Künstlerin und 33 Plastiken zu sehen. Zwei von ihnen waren so groß und vor allem so schwer, dass sie vor dem Galeriegebäude an der Dörpfeldstraße platziert werden mussten.

Ingeborg Hunzinger hat fast bis zuletzt an ihren Werken gearbeitet, sie starb am 19. Juli 2009. Ihr Grab befindet sich auf dem Alten Friedhof Wannsee an der Seite ihres Großvaters Philipp Franck.

Zu sehen ist die Ausstellung zum Lebenswerk von Ingeborg Hunzinger bis zum 28. Februar in der Galerie Alte Schule, Dörpfeldstraße 54-56. Geöffnet ist Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 12 bis 19 Uhr, Freitag von 12 bis 17 Uhr und Sonnabend von 15 bis 19 Uhr.


Ralf Drescher / RD
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