Handfestes Lernen mit dem Internet

Mit dem Koffer von Prof. S. durchs Internet: Mark-Twain-Schulleiterin Verena Thamm und Ludinc-Chef Jan von Meppen. (Foto: Christian Schindler)

Reinickendorf. Wenn in den kommenden Jahren immer mehr Grundschüler mit dem Lernspielprogramm "Prof. S." Wissen und Fähigkeiten erweitern, dann ist das auch das Verdienst von drei Reinickendorfer Grundschulen.

Professor S. hat ein Problem. Seine Assistentin wurde von einem Ritter auf dessen Burg entführt, und natürlich möchte der Wissenschaftler sie von dort befreien. Doch wie kommt er in die Burg? Die Wachen lassen Besucher nur mit Passwörtern herein, aber wie soll S. diese herausfinden? Vielleicht den Wachen die Leviten lesen?

Das Lernspielprogramm "Prof. S." wurde seit 2009 von Jan von Meppen und seiner Firma Ludinc entwickelt. Es soll den Reiz des Lernens mit allen Sinnen verbinden mit den Möglichkeiten des Internets. Dabei kommt man dann auch auf die Verbindung alter Sprichwörter mit der modernen Anforderung, Passwörter zu nutzen, zu sichern, oder auch zu entschlüsseln.

Der Rahmen des Spiels mit ständig wachsenden Varianten ist die Zeitreise des Professor S., der immer wieder die Schüler um Mithilfe bittet. Die Verbindung zwischen dem Forscher und den Kindern wird über einen kleinen Koffer hergestellt, mit dessen Hilfe sich Text- und Videonachrichten verschicken lassen.

Und dann ist da auch noch der Platz für komplett analoges Lernmaterial. In einem Pappbehältnis lässt der Professor den Schülern Gegenstände zukommen, die zum Thema gehören, und die von den Kindern bearbeitet werden können - auch die klassischen Lernbögen, die noch immer von den Schulbuchverlagen angeboten werden.

Was die Kinder nicht wissen: Hinter Professor S. verbirgt sich der Lehrer, der das Spiel steuert. In sieben Berliner Grundschulen wurde das Spiel jetzt einem Praxistext unterzogen, darunter die Mark-Twain-, die Kolumbus- und die Reginhard-Grundschule aus Reinickendorf. Und dort zeigen sich die Lehrer sehr angetan: "Ich kann damit rauskommen aus dem Problem ,Ich weiß nicht, wofür ich das mache‘", sagt Jan Niedergesäß, Lehrer an der Kolumbus-Grundschule. Das beschäftigt offenbar viele Schüler. "Bei vielen Aufgaben weiß man ja wirklich erst zwanzig Jahre später, wofür man dieses Wissen oder jene Fähigkeit braucht", sagt Niedergesäß. Bei Professor S. gibt es jedenfalls immer eine schnelle Reaktion. Ein Grund, warum auch Verena Thamm, Schulleiterin der Mark-Twain-Grundschule, das Spiel einsetzt.

Infos unter www.ludinc.de.

Christian Schindler / CS
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