Spätfolgen von Xavier: Waldspaziergänge sind noch immer gefährlich

Sturmerprobtes Lübars: So sah es 2012 auf der Blankenfelder Chaussee aus. (Foto: Christian Schindler)

Reinickendorf. Das Orkantief „Xavier“ vom 5. Oktober beschäftigt die Berliner noch immer. Auch Reinickendorf mit seinem hohen Waldanteil ist betroffen.

Der Satz aus einer Presseerklärung der Senatsverwaltung für Umwelt vom 9. Oktober hat noch nicht seine Gültigkeit verloren: „Das Betreten der Berliner Wälder ist derzeit lebensgefährlich“. Es werde mehrere Wochen dauern, bis alle Haupt- und Nebenwanderwege wieder frei zugänglich sind. Auch die Waldspielplätze bleiben bis auf weiteres gesperrt. Hier geht es nicht nur um sicheren Zugang, sondern auch um die Standfestigkeit der Geräte.

Laut der Senatsverwaltung sind mindestens 20.000 Waldbäume in Berlin umgefallen oder erheblich beschädigt worden. Später hieß es, es könnten sogar deutlich mehr Bäume betroffen sein.

Journalistin Sylke Tempel von Baum erschlagen

Wie gefährlich der Aufenthalt im Wald ist, zeigte sich im Verlauf des Orkantiefs am 5. Oktober. Die Chefredakteurin der Zeitschrift „Internationale Politik“, Dr. Sylke Tempel, war an diesem Tag auf dem Rückweg von einer Veranstaltung in der Villa Borsig am Tegeler See, die zur Akademie des Auswärtigen Dienstes gehört. Als sie beim Einbiegen vom Schwarzen Weg in die Heiligenseestraße Äste auf der Straße sah, stoppte sie, um zusammen mit einer Begleiterin dieses Hindernis aus dem Weg zu räumen. In diesem Augenblick stürzte ein Baum auf das Fahrzeug und die beiden Frauen. Die 54-jährige Sylke Tempel war sofort tot, ihre Begleiterin wurde schwer verletzt. Eine weitere Frau im Auto erlitt leichte Verletzungen.

Zuletzt war Reinickendorf im Sommer 2012 von einem außergewöhnlich heftigen Sturm heimgesucht wurden. Der erwies sich jedoch im Vergleich zu Xavier eher als leichtes Lüftchen. Damals hielten rund 100 in der Nacht zum 30. Juni umgestürzte Straßenbäume das Grünflächenamt in Atem. Betroffen waren vor allem Tegel und Lübars. CS
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