Jugendgemeinschaftsdienst pflegt Gräber auf Friedhöfen

Reinickendorf. In Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt werden in diesem Jahr drei Workcamps des Internationalen Jugendgemeinschaftsdienstes (ijgd) auf Friedhöfen durchgeführt.

Jugendliche sind dann vom 18. Juli bis 29. Juli auf dem Friedhof Heiligensee, Sandhauser Straße 110, vom 1. August bis 12. August auf dem Friedhof Reinickendorf, Humboldtstraße 74–90, sowie vom 15. August bis 26. August auf der Kriegsgräberstätte Reinickendorf, Freiheitsweg 64, tätig.

In den genannten Zeiträumen werden von insgesamt 45 Jugendlichen aus Algerien, Armenien, Deutschland, Frankreich, Italien, Russland, Serbien, der Ukraine, der Tschechischen Republik und der Türkei Instandhaltungsarbeiten an Gräbern der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft durchgeführt. In Reinickendorf befinden sich 5380 Gräber von Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft, verteilt auf insgesamt sieben der zehn landeseigenen Friedhöfe.

Verantwortlich für diese Gräber ist die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Dem Bezirk ist die Unterhaltung und Pflege der Gräber übertragen. Folgende Arbeiten werden auf den Friedhöfen verrichtet: Erneuerung der Rasenflächen (Bestattungsfläche), Freischneiden der zu mähenden Rasenflächen und Reinigen der Grabzeichen und Grabzeicheneinfassungen.

Die Jugendlichen sind in Einrichtungen mit Selbstverpflegung in der Pfadfinderburg in Tegel, im Jugend- und Kulturhaus PallasT in Schöneberg sowie auf dem Abenteuerplatz in Steglitz untergebracht. In der Freizeit haben sie die Möglichkeit, Berlin kennenzulernen.

Im Jahr 1954 wurden die Jugendlager vom "Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge" ins Leben gerufen, um in einer internationalen Gruppe einen Beitrag zur Völkerverständigung und zum Frieden zu leisten. Seit 1994 werden diese Workcamps von dem gemeinnützigen Verein ijgd organisiert. Junge Menschen aus unterschiedlichsten Ländern und Kulturen treffen sich in einem Workcamp, um unter Anleitung von zwei Gruppenleitern zusammen zu leben und an einem gemeinnützigen Projekt zu arbeiten. Dafür erhalten sie keinen Arbeitslohn, jedoch sind Unterkunft und Verpflegung frei.

Die Finanzierung der Workcamps in Höhe von rund 17 000 Euro erfolgt mit Bundesmitteln zur Unterhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Diese Mittel werden dem Bezirksamt von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zur Verfügung gestellt. CS
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