Besserer Stand fürs Standesamt: Dringende Aufgabe für die Kommunalpolitik

Reinickendorf. Eine Fülle von Beschwerden, und bisher eher homöopathische Versuche, sie zu erledigen: Der Hauptausschuss der Bezirksverordneten hat für das kommende Jahr eine besondere Aufgabe; der Service im Standesamt muss verbessert werden.

Die Zahlen sprechen für sich: 26 schriftliche Beschwerden, 200 Beschwerden per E-Mail, 300 bis 400 vor Ort vorgetragene Beschwerden über das Standesamt. Das ist die Bilanz, die der zuständige Stadtrat Sebastian Maack (AfD) den Bezirksverordneten auf eine Große Anfrage der CDU am 14. Dezember vortrug.

Verantwortlich ist der neue Stadtrat im Bezirksamt dafür nicht. Bereits in der vergangenen Legislaturperiode war das Standesamt ein Sorgenkind der Bezirksverordneten. Maack hat die Probleme nur „geerbt“. Verantwortlich sind auch nicht die Mitarbeiter. Maack hält diese für hochmotiviert und kompetent. Nur: Sie sind zu wenige. Irgendwann gab es Überlastungsanzeigen. Unter anderem Krankheiten führen dazu, dass Stellen nicht besetzt sind, Bürger auf wichtige Termine ungebührlich lange warten müssen. Bisher wurden unter anderem ehemalige Mitarbeiter reaktiviert, um Engpässe zu überbrücken.

Wenn Trauernde auch noch Geduld aufbringen müssen

Ein Problem für das Bezirksamt ist die sogenannte Kosten-Leistung-Rechnung: Erhöht das Bezirksamt die Zahl der Stellen, erhöhen sich auch die Kosten für das „Produkt“, ob Eheschließung oder Sterbeurkunde. Gerade Bestatter stehen wohl oft ungehalten vor Bezirksamtsmitarbeitern, weil ohne Sterbeurkunde gar nichts geht. Das trifft einerseits trauernde Angehörige persönlich und andererseits wirtschaftlich die Unternehmen, die eine würdevolle Beerdigung organisieren müssen.

Noch zwischen den Jahren sollen die Mitarbeiter des Standesamtes Workshops zur Optimierung der Arbeit absolvieren, Maack setzt zudem auf eine bessere Software. Doch danach sind die Verordneten insgesamt gefragt. Im neu eingesetzten Hauptausschuss entscheiden 13 Mitglieder unter anderem über Haushalt und Personal. Sie müssen gemeinsam vielleicht doch neue Mitarbeiter durchsetzen, ohne dass die Senatsfinanzverwaltung den Bezirk darunter leiden lässt. Bisher leiden vor allem die Bürger. CS
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