Die SPD diskutiert über die Zukunft der Residenzstraße

Gilbert Collé, Andreas Geisel, Alexander Kulpok und Jörg Stroedter (v.l.) auf dem Podium im Kastanienwäldchen. (Foto: Christian Schindler)

Reinickendorf. Eine Diskussion zur Entwicklung der Residenzstraße schloss am 18. März den Stadtteiltag des SPD-Abgeordneten und Kreisvorsitzenden seiner Partei, Jörg Stroedter, in der Gaststätte Kastanienwäldchen ab.

Eines war dem neuen Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) sofort aufgefallen: "Der Mittelstreifen auf der Residenzstraße mag ja aus Gründen der Verkehrssicherheit sinnvoll sein, für die Geschäftsstraße ist er jedoch tödlich." Damit sprach Geisel, der Stroedter auf seiner Stadtteiltour begleitet hatte, im Kastanienwäldchen ein Problem an, das es bei der Entwicklung der Residenzstraße immer gab und geben wird: Was der eine für sinnvoll hält, ist dem anderen ein Dorn im Auge.

Der Fraktionsvorsitzende der SPD in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV), Gilbert Collé, sprach dann auch gleich ein weiteres Problem dieser Art an: "Viele Menschen wünschen sich Bänke auf der Straße, damit man sich beim Bummeln auch mal ausruhen kann. Andere fürchten, dass sich dann dort Alkoholiker niederlassen."

Zumindest hierfür hatte ein Mann eine Lösung parat, der nicht mehr Politiker ist, aber trotzdem dem Podium mit Geisel, Stroedter, Collé und Moderator Alexander Kulpok sinnvolle Ratschläge geben konnte. Norbert Raeder, der in der vorvergangenen Legislaturperiode die Grauen Panther in die BVV gebracht hatte, und im Hauptberuf Wirt des Kastanienwäldchens, setzt auf verlässliche Verständigung: "Wir hatten das Problem auf dem Franz-Neumann-Platz, wo Alkohol trinkende Menschen die Kunden der Geschäfte vergraulten. Wir haben mit ihnen geredet, und sie haben sich auf ein entfernteres Stück des Platzes zurückgezogen, das sie auch sauber gehalten haben."

Gravierender fand Raeder das Problem, dass "die Politik seit Jahren Ideen zur Aufwertung der Residenzstraße sammelt, aber dann nicht umsetzt". Das könnte sich jetzt ändern, denn die Straße wurde 2014 in das Senatsprogramm "Aktive Zentren" aufgenommen. Einen konkreten Vorschlag hat Senator Geisel schon: "Für die Geschäftsleute ist die Anlieferung ein Problem, das Parken in zweiter Reihe auf der täglich von 40.000 Autos befahrenen Straße oft grenzwertig. Dafür könnten Ladezonen eingerichtet werden." Der Senator schloss mit einem Appell an Anwohner und Gewerbetreibende: "Sie müssen aufpassen, dass Sie die Straße nicht schlecht reden."


Christian Schindler / CS
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