Getto oder neues Quartier: Politiker streiten über die Nachnutzung von Tegel

Reinickendorf. Nur noch bis zum 18. März können sich Bürger zur Änderung des Flächennutzungsplans (FNP) Kurt-Schumacher-Quartier beteiligen – die Ratschläge der Parteien aus dem Fuchsbezirk dazu sind unterschiedlich.

Der für die Stadtentwicklung verantwortliche Stadtrat Martin Lambert (CDU) äußerte sich auf der Bezirksverordnetenversammlung vom 9. März eindeutig: „Der vorgelegte Entwurf zur Änderung des Flächennutzungsplans ist abzulehnen.“ So fasste er seine Antwort auf eine Große Anfrage seiner Partei sowie der Grünen zusammen. Nach den Plänen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sollen auf knapp 50 Hektar des derzeitigen Flughafengeländes in Nähe des Kurt-Schumacher-Platzes bis zu 5000 Wohnungen für bis zu 10.000 Menschen entstehen.

Lambert sieht damit einerseits die „Urban Tech Republik“ gefährdet, die rund um die dann im ehemaligen Terminal anzusiedelnde Beuth-Hochschule entstehen soll: Ein Unternehmensstandort rund um die praktische Forschung mit bis zu 15.000 Beschäftigten, die in einigen Betrieben auch rund um die Uhr für Produktion zu sorgen hätten. Kaum vereinbar mit der Nähe zu einem Wohngebiet.

Der Stadtrat fürchtet zudem eine extreme Verdichtung, auch in Hochhäusern mit bis zu 30 Etagen, dichter als im Märkischen Viertel. Weil sich diese Struktur nicht über lange Zeit entwickeln konnte, sieht Lambert hier einen „Satelliten ohne Anbindung“.

Für die SPD verteidigte Ulf Wilhelm die Senatspläne. Hochhäuser im Zentrum bestünden zum Teil komplett aus hochwertigen Eigentumswohnungen, seien also an sich kein Hinweis auf ein soziales Getto. Die Gutachten zur Untermauerung der Senatspläne seien nachvollziehbar, auch zur Verkehrsplanung: Die Anschlussstelle zur Autobahn 111 soll zurückgebaut werden, dafür eine „Meteorstraße neu“ vierspurig einen Anschluss zum Kapweg ermöglichen.

Torsten Hauschild, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, bemängelte einen mehrfachen Wandel der Nach-Tegel-Nutzung. Immerhin sind sich die Parteien einig, dass die Sportplätze am Uranusweg nicht verlegt werden sollen.

Die beabsichtigten FNP-Änderungen sind zu finden unter http://asurl.de/12wz. CS
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1 Kommentar
Christian Schindler aus Reinickendorf | 10.03.2016 | 09:46  
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