Problemzone Flughafensee: Intensive Nutzung gefährdet den Landschaftsschutz

Berlin: Flughafensee |

Tegel. Der Flughafensee bleibt in jeder Hinsicht ein Sorgenkind des Bezirks. Dies wurde auf der Bezirksverordnetenversammlung vom 14. Juni deutlich.



Nach wie vor gehört der Flughafensee mit umgebendem Gelände dem Bund. Doch um den Erhalt des ökologischen Kleinods kümmert sich der Bezirk. 40 000 Euro gibt der Bezirk jährlich für die Belüftung des Gewässers aus, und diese Summe wird noch steigen. Die Anlage dafür ist in die Jahre gekommen und braucht Reparaturen. Es wird also künftig noch teurer, der Bezirk wird investieren müssen.

Das ist die Prognose, die Bürgermeister Frank Balzer (CDU) auf eine Große Anfrage der Linken abgab. Das ökologische Gleichgewicht ist dabei nicht der einzige Faktor. Im vergangenen Jahr schlug allein die Abfallbeseitigung mit 9700 Euro zu Buche. Versuche, in Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten den Bund an den Kosten zu beteiligen oder sonst wie eine für den Bezirk günstige Lösung zu finden, sind bisher gescheitert.

Anwohner beschweren sich

Dazu kommt, dass der Flughafensee gerade bei warmem Wetter mit seiner kostenlos zu nutzenden Badestelle hohe Anziehungskraft auf vor allem junges Publikum hat. Und zudem auf ein Publikum, dessen Sozialverhalten zu wünschen übrig lässt. Anwohner berichten von Alkohol- und Drogenexzessen und wenig Respekt gegenüber der umgebenden Natur. Immerhin befindet sich am Rande des Sees auch ein Vogelschutzgebiet, das der Naturschutzbund Deutschland betreut.

In ihrer Großen Anfrage verweist die Linke auf Vorschläge von Bürgern angesichts der beabsichtigten Schließung des Flughafens Tegel und der damit einhergehenden Einrichtung des Kurt-Schumacher-Quartiers und weiterer Siedlungen mit neuen Anwohnern, den Flughafensee durch Verlagerung der Badestelle oder gar Einrichtung eines bewirtschafteten Strandbades aufzuwerten und sicherer zu machen.

Dem konnten andere Parteien nicht folgen. Eine solche Aufwertung, so Elfi Kaschig (CDU) und auch Andreas Rietz (Bündnis 90/Die Grünen), sei mit Blick auf den Erhalt des Landschaftsschutzgebietes nicht wünschenswert. CS
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