Runder Tisch zu Trödelmärkten: Politiker wollen Belästigungen für Anwohner reduzieren

Reinickendorf. Ein runder Tisch könnte im kommenden Jahr versuchen, die Interessen von Anwohnern und Betreibern der Trödelmärkte an der Markstraße in Einklang zu bringen.

Seit Jahren beschweren sich die Anwohner über die mittlerweile drei Trödelmärkte, die regelmäßig sonntags auf privaten Parkplätzen von Supermärkten an der Markstraße stattfinden. Laut dem für das Ordnungsamt zuständigen Stadtrat Martin Lambert (CDU) eine schwierige Situation: „Wir können die Märkte auf privatem Grund nicht untersagen.“ Nach den Gesetzen des Landes Berlin sind solche Trödelmärkte an beinahe jedem Sonntag erlaubt.

Dabei beklagen sich Anwohner über eine regelmäßige „Völkerwanderung“ zu den Märkten, von denen sich einer schon auf Weddinger Gebiet befindet. Es wird regelmäßig in zweiter Reihe sowie vor Aus- und Einfahrten geparkt, Hauseingänge werden für Toilettengänge genutzt. Zudem fühlen sich Anwohner durch Lärm belästigt, weil schon frühmorgens Stände aufgebaut werden. Abends sind dann die Parkplätze wieder sauber, weil die Supermärkte ihre Kunden nicht abschrecken wollen, aber das Straßenland ist vermüllt.

Langfristig könnte sich das Problem entschärfen, weil auf einem Teil der Parkplatzflächen mittlerweile Wohnungsbau möglich ist. Die Berliner Stadtreinigung wird das Gebiet zudem ab kommendem Jahr intensiver reinigen. Das Bezirksamt ließ zudem Poller auf dem Mittelstreifen der Markstraße errichten, so dass dort zumindest kein wildes Parken mehr möglich ist.

Juristisch sieht Lambert (CDU) keine anderen Möglichkeiten als die bisherigen „Nadelstiche“, wenn das Ordnungsamt den Verkauf von Neuware untersagt oder das hygienisch korrekte Anbieten von Lebensmitteln prüft. Angesichts dieser Tatsache haben CDU und Bündnis 90/Die Grünen einen Runden Tisch aller Beteiligten gefordert, um die Belastungen für die Anwohner zu verringern. Dieser Antrag wurde am 16. November vom Ausschuss für Bürgerdienste und Ordnungsangelegenheiten der Bezirksverordnetenversammlung einstimmig angenommen. CS
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Christian Schindler aus Reinickendorf | 19.11.2015 | 09:45  
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