Sechs neue Orte für Flüchtlinge: Abstimmung zwischen Senat und Bezirk dauert an

Reinickendorf. Der Bezirk wird in diesem Jahr vermutlich an sechs weiteren Standorten Flüchtlingsunterkünfte erhalten. Dies geht aus einer am 23. Februar veröffentlichten Liste des Senats hervor.

Die Liste bezieht sich berlinweit auf rund 34.000 Plätze, wobei die Anzahl der Menschen an den einzelnen Standorten konkret noch nicht festgelegt ist. Zwei der Standorte in Reinickendorf gehören dem Evangelischen Friedhofsverband Berlin Stadtmitte an der Holländerstraße 36 und 90. Für beide Standorte liegen laut Senat auf schon mündliche Zusagen des Bezirks vor. Schon vor dem Anwachsen der Flüchtlingszahlen waren nicht mehr benötigte Friedhofsflächen als Wohnbaupotential ausgemacht worden.

An den beiden Standorten an der Holländerstraße sind sogenannte Modulare Unterkünfte für Flüchtlinge (MUF) vorgesehen, das heißt Fertigbauten in Schnellbauweise. Ein weiterer Bau dieser Art ist für das Gelände der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik vorgesehen. Ein Containerdorf wird in der Cité Pasteur im Bereich Rue Ambroise Paré (Eigentümer Bundesanstalt für Immobilienfragen) entstehen. Sowohl für das ehemalige Klinikgelände als auch die Cité Pasteur gibt es laut Senat Einvernehmen mit dem Bezirk.

Offen ist noch das Verfahren für die Grundstücke Am Springebruch 69 und Treuenbrietzener Straße 36. Beide Grundstücke gehören der Wohnungsbaugesellschaft Gewobag, die dort MUFs errichten könnte.

Nicht betroffen von den Planungen ist die Entwicklung auf dem ehemaligen Tretrapak-Gelände in Heiligensee, wo bis Frühjahr eine Notunterkunft entstehen soll. In einer Presserklärung vom 23. Februar forderte die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung das Bezirksamt auf, weiter „nachvollziehbar“ nach Flächen und Räumen zu suchen. Nur so könnten Massenunterkünfte verhindert und die Beteiligung der Bürger ermöglicht werden. Gerade auch die in den vergangenen Jahren von Baustadtrat Martin Lambert (CDU) ausgemachten Wohnungsbaupotenziale müssten in diese Planungen Eingang finden, fordert der grüne Verordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Klaus-Hinrich Westerkamp. CS
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