Spielhallen warnen vor Willkür durch Gesetz: Verband fordert Runden Tisch

Reinickendorf. Der Bundesverband der Automatenunternehmer sieht im verschärften Berliner Spielhallengesetz die Gefahr, dass ab Mitte kommenden Jahres das illegale Spiel erheblich zunehmen wird.

Im kommenden Jahr laufen nach dem Berliner Spielhallengesetz die Konzessionen der Spielhallen aus. Dann kommt zum Tragen, dass zwischen zwei Casinos mindestens 500 Meter Abstand herrschen müssen. „Es ist völlig unklar, wie es dann weitergeht“, sagt Thomas Breitkopf, Präsident des Bundesverbandes der Automatenunternehmer. „Darf der bleiben, der die älteste Konzession hat, oder bekommt er keine neue mit dem Argument, seine Investition sei längst abgeschrieben?“, beschreibt Breitkopf das Problem.

In jedem Fall sei die Entscheidung willkürlich, und es werde zu Klagen kommen. Bisher sind noch rund 3000 Menschen in den Spielhallen beschäftigt. Breitkopf und seine Geschäftsführerin Simone Storch befürchten, dass im kommenden Jahr die große Mehrheit der Spielhallen aufgeben wird, und damit auch mehr als 90 Prozent der Arbeitsplätze verschwinde.

Breitkopf beobachtet auch, dass immer mehr Automatenspiel illegal in sogenannten Café-Casinos stattfinde. Dort werde kaum Umsatz über den Ausschank von Getränken gemacht, aber dafür über die Geräte. „Allerdings wird dort nicht auf die Gefahren der Spielsucht hingewiesen, und die Mitarbeiter sind nicht geschult, um problematisches Spielen erkennen und dann eingreifen zu können“, sagt Breitkopf.

Der in Reinickendorf für das Ordnungsamt zuständige Stadtrat Martin Lambert (CDU) bestätigt, dass Spielhallenbetreiber zunehmend über illegale Konkurrenz klagen. Allerdings liegen ihm auch keine Zahlen über festgestelltes illegales Spiel vor. Breitkopfs Verband fordert einen runden Tisch auch unter Beteiligung von Suchtexperten, um einerseits seriöse Spielhallen vor Willkür zu schützen, aber auch die von Spielsucht gefährdeten Personen. CS
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