Bezirk gab für Hilfen zur Erziehung zu viel aus

Reinickendorf. In fast allen Bezirken sind die Ausgaben für die Hilfen zur Erziehung (HzE) gestiegen. Auch das Jugendamt in Reinickendorf gab im vorigen Jahr 2,4 Millionen Euro zu viel aus.

Die HzE gibt es für Eltern oder Alleinerziehende, die die Erziehung ihrer Kinder aus irgendeinem Grund nicht leisten können, für Kinder aus Suchtfamilien oder für die Betreuung gefährdeter Jugendlicher. 31,8 Millionen Euro hatte der Bezirk im vorigen Jahr im Budget. Gekostet haben die HzE am Ende aber 34,2 Millionen Euro. Die Etatüberschreitung wird der Bezirk zum Teil selbst tragen müssen. Wie viel das genau sein wird, liegt erst Ende März vor.

Familien haben einen Rechtsanspruch auf die HzE. Im Bezirk ist die Anzahl dieser gewährten Hilfe auf 1746 Fälle gestiegen. Gegenüber 2012 waren das 109 Fälle mehr. 2011 waren es noch 1667 Fälle. Mehrere Ursachen dafür nannte Sozialstadtrat Andreas Höhne (SPD) am 22. Januar im Jugendhilfeausschuss. So sei die Zahl der Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahre in Reinickendorf innerhalb von zwei Jahren um 4,5 Prozent gewachsen. Zudem hatte das Jugendamt mehr Kinder aus Flüchtlingsfamilien zu betreuen. Zugenommen hat außerdem die Zahl der Kinder, die in Obhut genommen werden mussten. Ihre Zahl stieg zwischen 2011 und 2013 von 116 auf 177 Kinder an. "Häufig ist es nicht mehr nur ein Kind, dass wir aus einer Familie herausnehmen müssen, sondern es sind gleich mehrere", so Höhne. Acht Kinder gleichzeitig waren trauriger Rekord im vorigen Jahr.

Stark gestiegen sind im Bezirk auch die Fälle kostenintensiver Vollzeitpflege. Sie erhöhten sich von 203 Kindern im Jahr 2011 auf 219 Kinder im Jahr 2013. Wobei das Jugendamt immer versuche, diese Kinder in einer Pflegefamilie unterzubringen und nicht stationär in einem Heim, so Höhne. Da der Kinderschutz eine Pflichtaufgabe ist, kann an den Fallzahlen nicht gespart werden, denn das würde bedeuten, dass gefährdete Kinder nicht die notwendige Unterstützung erhalten. Die Hilfen können in Heimen oder Kliniken gegeben werden, aber auch ambulant über Familienhelfer. Welche Hilfe im speziellen Fall sinnvoll ist, wird mit den Eltern, Trägern und dem Jugendamt entschieden.


Ulrike Kiefert / uk
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