Geringste Wachstum der Bevölkerung in ganz Berlin vorausgesagt

Reinickendorf. Die Bevölkerung von Reinickendorf wird bis ins Jahr 2030 im Vergleich zu den anderen Berliner Bezirken am geringsten wachsen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die am 4. Dezember vorgestellt wurde.

Nach den Berechnungen nimmt die Reinickendorfer Bevölkerung bis 2030 nur um 1,9 Prozent zu - von 244 100 auf rund 248800 Einwohner. Ganz anders sieht es im Nachbarbezirk Pankow aus. Dessen Bevölkerung wird im selben Zeitraum um insgesamt 16,3 Prozent wachsen. Der Fuchsbezirk sieht diesbezüglich nicht nur schlecht im Vergleich zum Nachbarbezirk aus. Für die gesamte Berliner Bevölkerung gehen die Beamten in der Senatsverwaltung von einem Wachstum von 7,2 Prozent aus. Mehr als 3,75 Millionen Menschen sollen dann in Berlin leben.

Die Prognose setzt sich zusammen aus Beobachtungen bisheriger Wanderungsbewegungen in der Stadt sowie der Zu- und Abwanderung insgesamt. Dazu kommen Potenziale für den Neubau von Wohnraum.

Aus diesen Prognosen ergibt sich jedoch nicht zwangsläufig, dass Reinickendorf als unattraktiver Wohnbezirk gilt. So stellen die Autoren der Studie Wanderungsverluste ausgerechnet in den Reinickendorfer Ortsteilen fest, in denen die Mieten relativ hoch sind, also viele Menschen offensichtlich bereit sind, relativ viel dafür zu bezahlen, um dort zu leben. So wurden Wanderungsverluste in Frohnau, Hermsdorf und Waidmannslust festgestellt. Dem Bezirk fehlen zudem Flächen, die in großem Volumen Wohnungsneubau erlauben. Größere Bauvorhaben wie die am Tegeler Hafen überschreiten kaum die Zahl von 100 neuen Wohnungen. Die größte zusammenhängende Fläche, die vermutlich ab Oktober kommenden Jahres frei wird, ist der Flughafen Tegel. Doch dessen Gelände soll einerseits grün bleiben, andererseits für Forschung und Gewerbe genutzt werden. Größere Wohnungsbaugesellschaften wie die Gesobau im Märkischen Viertel wiederum verzeichnen wenig Leerstände.


Christian Schindler / CS
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