Grüne wollen bessere Anbindung ans öffentliche Verkehrsnetz

Reinickendorf. Die Reinickendorfer Grünen fordern, das Gelände des Flughafens Tegel im Zuge der Nachnutzung durch eine Tram zwischen Kurt-Schumacher-Platz und Jungfernheide mit dem übrigen Nahverkehrsnetz zu verbinden.

Für die Grünen wäre dies nur ein erster Schritt, den Nordbezirk an das bisher vor allem im ehemaligen Ostteil der Stadt bestehende Tram-Netz anzuschließen. Im Westen ist die Straßenbahn bisher nur auf dem Mittelstreifen der Weddinger Seestraße unterwegs. In einem zweiten Schritt könnte dann die Tram entlang der Ollenhauerstraße nach Wittenau, ins Märkische Viertel und bis nach Pankow geführt werden. Das Märkische Viertel ist bisher nur mit Bussen an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen. "Eine Straßenbahnanbindung ist wesentlich effizienter und leistungsfähiger als eine isolierte Seilbahn, wie die SPD sie vorschlägt", erklärte der Kreisvorsitzende Marvin Hassan. Die Seilbahn war von den Sozialdemokraten ins Spiel gebracht worden, einerseits um das Flughafengelände attraktiv zu machen, andererseits damit es weiterhin ohne Auto erreichbar ist. Die Reinickendorfer Kommunalpolitiker fürchten, dass nach der Schließung des Flughafens die BVG - mit Verweis auf den zunächst geringen Bedarf - ihre Buslinien dorthin einstellt oder zumindest stark einschränkt.

Straßenbahnplanungen gab es für den Bezirk immer wieder mal. Hintergrund war dabei ein uneingelöstes Versprechen. Als in den 1960er-Jahren das Märkische Viertel entstand, sollte es einen eigenen U-Bahn-Anschluss bekommen. Der lässt jedoch aus Kostengründen nach wie vor auf sich warten, vielleicht für immer. Aber auch die Straßenbahnpläne kamen über erste Vorstellungen kaum hinaus. Viele Reinickendorfer befürchten, dass die Waggons den Autos den Platz auf der Straße streitig machen und eher noch Staus verursachen, als diese zu entschärfen. Wegen der Straßenüberbauungen auf dem Wilhelmsruher Damm könnte es zudem technische Probleme geben.


Christian Schindler / CS
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