Im Bezirk gibt es keine Gebäude für neue Heime

Reinickendorf. Der Bezirk muss im kommenden Jahr möglicherweise bis zu 700 Flüchtlinge aus Krisengebieten zusätzlich aufnehmen. Das berichtete Sozialstadtrat Andreas Höhne (SPD) auf der Sitzung des Integrationsausschusses der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am 24. September.

Der Ausschuss tagte im Flüchtlingsheim auf dem Gelände der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik. Dort betreut die Prisod GmbH (Private Soziale Dienste) rund 500 Menschen. Die Notunterkunft ist das zweite reguläre Flüchtlingsheim im Bezirk, nachdem ein erstes im Marie-Schlei-Heim am Eichborndamm 124 eingerichtet wurde. Dort leben rund 200 Menschen. Weitere zusätzliche Flüchtlinge müssen im Bezirk aufgenommen werden, wenn - wie zurzeit - die Zahlen in Berlin generell steigen. Laut Höhne werde man sich darum bemühen, diese in kleineren Gruppen unterzubringen. Über größere als Heime geeignete Gebäude verfügt der Bezirk ohnehin nicht. Im Maire-Schlei-Heim war zuvor ein Seniorenheim der Arbeiterwohlfahrt untergebracht, das zuletzt unrentabel war. Die beiden Gebäude auf dem Gelände der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik wurden vom Krankenhausbetrieb Vivantes nicht mehr für Verwaltungsaufgaben genutzt.

Von den 500 Bewohnern auf dem ehemaligen Klinikgelände sind laut Heimleiter Erich Esser knapp 200 Kinder, von denen wiederum die Hälfte schulpflichtig ist. Sie alle seien mittlerweile in Schulen in der Nähe untergebracht. "Die Zusammenarbeit mit dem Bezirk läuft hervorragend", betonte Esser.

Probleme mit Anwohnern wie beim Marie-Schlei-Heim, wo sich eine Bürgerinitiative gegen das Heim formierte und eine benachbarte Eigentümergemeinschaft gegen die Nutzung als Heim klagt, gibt es auf dem Klinikgelände nicht. Wegen des weitläufigen Geländes gibt es dort keine direkten Nachbarn. Die Prisod GmbH plant den Bau eines Spielplatzes direkt auf dem Gelände. Am Marie-Schlei-Heim ist laut Höhne derzeit ein Spielplatz im Bau, der noch in diesem Monat fertig sein soll.

Wer die Menschen in der Prisod-Unterkunft unterstützen möchte, kann sich unter 41 20 28 81 melden. Gefragt ist jetzt vor allem Winterkleidung, diese wird auch abgeholt.


Christian Schindler / CS
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