Nur noch kurze U-Bahn-Züge und schlechte Anschlüsse

Reinickendorf. Die Bezirksverordneten haben auf ihrer Sitzung am 12. Dezember Verbesserungen für die U-Bahn-Verbindungen im Bezirk gefordert. Nach ihren Willen soll der Senat sogar den Verkehrsvertrag mit der BVG überprüfen.

Anlass des ursprünglich von CDU und Bündnis 90/Die Grünen eingebrachten und jetzt von allen Verordneten verabschiedeten Antrags sind schlechte Erfahrungen von Fahrgästen der U-Bahnlinien 6 und 8. So fahren auf der Linie 6 seit der Unterbrechung zwischen Friedrichstraße und Französischer Straße zum Bau der neuen Linie 5 zwischen Alt-Tegel und Friedrichstraße nur noch Kurzzüge. Die Unterbrechung und damit auch die Beschränkung auf Kurzzüge ist bis Oktober kommenden Jahres geplant. Im U-Bahnhof Alt-Tegel wurden deshalb sogar die Spiegel in die Mitte des Bahnsteiges versetzt, mit deren Hilfe die Fahrer sehen können, ob noch in die Züge aus- oder eingestiegen wird.Ein strukturelles Problem sehen die Verordneten auf der U-Bahnlinie 8. Die fahre an schulfreien Tagen sowie außerhalb der Hauptverkehrszeiten im Zehn-Minuten-Takt und werde damit oft dem Bedarf nicht gerecht.

Auch die Anschlüsse von der Linie 9 zur Linie 8 im U-Bahnhof Osloer Straße sehen die Verordneten kritisch. Die seien oft "nicht fahrgastgerecht". Bei diesen Anschlüssen kommt noch hinzu, dass die aus Neukölln kommenden Züge der Linie 8 oft im Bahnhof Osloer Straße enden.

Nach dem Willen der Kommunalpolitiker soll daher der Senat angesichts des Verkehrsvertrages mit der BVG überprüfen, ob Qualität und Quantität der Leistungen im Reinickendorfer U-Bahnbereich dessen Vorgaben entsprechen. Der Vertrag zwischen dem Land Berlin und der BVG wurde 2008 in Kraft gesetzt und hat eine Laufzeit bis ins Jahr 2020. Darin ist auch geregelt, dass Qualitätsstandards "Objektiv gemessen" und Kundenbefragungen durchgeführt werden. Beim Unterschreiten von Standards werden der BVG Kürzungen der öffentlichen Gelder angedroht. Der Vertrag sichert der BVG bei Erfüllung aller Aufgaben jährlich 250 Millionen Euro aus der Landeskasse zu.


Christian Schindler / CS
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