Sechs Reinickendorfer Streetballteams für das Finale qualifiziert

Die 14-jährige Sophia Müller von der Romain-Rolland-Schule hat sich mit ihrem Team "Die wilden Kerle" für das Finale am 13. Juni qualifiziert. (Foto: Nittel)

Reinickendorf. Sechs Teams von Reinickendorfer Schulen haben sich am 31. Mai für die diesjährigen School-Finals-Berlin, auf dem Kissingen-Sportplatz in Pankow qualifiziert. Die Endrunde des Streetball-Events wird am 13. Juni ab 9 Uhr im Wilmersdorfer Horst-Dohm-Eisstadion ausgetragen.

Zu den Reinickendorfer Teams gehören die 15-jährigen Zwillinge Therese und Hanna Pleyer sowie Sophia Müller und Teresa Ramme (beide 14) von der Romain-Rolland-Oberschule. Die vier hatten unter dem Teamnamen "Die wilden Kerle" den Wettbewerb bei den Mädchen der Jahrgänge 1998/1999 für sich entschieden. "Wir waren auch in den letzten Jahren bei den School-Finals mit dabei - allerdings in unterschiedlichen Teams", verriet Therese: "Uns macht das hier unheimlich viel Spaß, weil Streetball einfach ein tolles Spiel ist."In zehn Altersklassen, getrennt nach Mädchen und Jungen, waren am 31. Mai die Sieger des Vorentscheides ermittelt worden. 76 Mannschaften hatten daran teilgenommen. Auch das Mädchen-Team "Lil Dow Wow’s" von der Bertha-von-Suttner-Oberschule waren in ihrer Altersklasse - Jahrgänge 1996/1997 - die besten Korbjägerinnen. Aber auch Mädchen und Jungen der Schulfarm Insel Scharfenberg und der Evangelischen Schule Frohnau schafften den Sprung in die Endrunde.

"Ich bin glücklich, wenn die Schüler Spaß haben und sich sportlich betätigen", sagt Initiator und Organisator Mathias Ramsauer. Auch in diesem Jahr wird Ramsauer wieder von der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie dem Streetball-Team der gemeinnützigen Gesellschaft für Sport und Jugendsozialarbeit tatkräftig unterstützt.

Die School-Finals sind viel mehr als nur ein Spiel, in dem es ums Gewinnen und Verlieren geht: 1994 war Ramsauer angetreten, um "die Kinder mit einem Sportangebot außerhalb von Schule und Verein von der Straße zu holen". Das Besondere: die Spiele finden ohne Schiedsrichter statt. Konflikte sollen die Teilnehmer selbstständig lösen, sie sollen sich ohne die Einmischung von außen einigen. Ramsauer erinnert sich, dass die Teams, die - wie "Die wilden Kerle" - ohne Lehrer angereist waren, häufig die fairsten sind. "Meine Erfahrung ist: Die größten Schreihälse sind oft die Lehrer. Die bringen dann die ganze Unruhe rein."

Und noch eine Beobachtung hat Ramsauer gemacht: Wenn ein Teilnehmer mitunter Probleme macht und aggressiv auftritt, dann sind das nicht immer die Jugendlichen aus den sogenannten Problemkiezen. "Alle fragen immer: die Kids aus Neukölln sind die Schlimmsten, oder?", berichtet Ramsauer. Er entgegnet dann: "Keineswegs!" Der letzte ernstere Vorfall im vergangenen Jahr sei von einem Reinickendorfer Schüler ausgegangen: "Der ist total ausgeflippt. Sein Pech: Am Spielfeldrand standen Zivilfahnder, die sofort einschreiten konnten. Und als der Junge lauthals schrie: Hilfe, Polizei, haben die Fahnder nur geantwortet: Die ist schon da."


Michael Nittel / min
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