Senatsverwaltung beharrt auf "warmweiße" Elektroleuchten

Reinickendorf. Die Tage des warmen Lichtes auf Reinickendorfs Straßen sind gezählt. Durch den Wechsel von Gasleuchten zu Elektrolampen wird das Straßenlicht künftig nicht mehr gelb, sondern weiß sein. Dies geht aus einem Schreiben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung an das Bezirksamt hervor.

Die SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hatte das Bezirksamt darum gebeten, sich dafür einzusetzen, dass die Lichtfarbe der Elektrobeleuchtung der früheren gelblichen Gaslichtfarbe ähneln solle. Wie berichtet, werden in der gesamten Stadt nach und nach Gaslampen gegen Elektroleuchten ausgetauscht. Berlinweit gibt es rund 44000 Gasleuchten. Bisher sind 29,5 Millionen Euro für die Umrüstung von 8400 Gas-Reihenleuchten vorgesehen. Diese waren in den 50er-Jahren entwickelt wurden. Sie sind zum Beispiel an vielen Frohnauer Straßen zu finden. Die Landesregierung begründet den Lampenaustausch mit Energieeinsparungen von bis zu 90 Prozent sowie geringeren Wartungskosten. In der aktuellen Antwort an das Bezirksamt betont die Senatsverwaltung, dass gelbes Licht nach dem 2011 für Berlin beschlossenen Lichtkonzept grundsätzlich nicht mehr verwendet werde.

Anhänger der Gaslaternen, die sich unter anderem im Verein "Gaslicht Kultur" zusammengeschlossen haben, halten das gelbe Licht für wärmer und angenehmer als das Weiß, das die neuen elektrischen Kompaktleuchtstofflampen aussenden. Sie halten es wegen möglicher Kontraste auch für gefährlicher: So werde die beleuchtete Straße heller leuchten, während die Gehwege dunkler blieben. Autofahrer könnten so Fußgänger, die Straße überqueren wollten, später bemerken.

Immerhin gibt es einen kleinen Trost: In bisher schlecht ausgeleuchteten Gebieten, die mit den noch nicht für den Austausch vorgesehenen Gasaufsatzleuchten versehen sind, werden diese mit Elektroleuchten ergänzt, deren LED-Leuchten als Gasimitate gelten. Darauf können sich laut Senatsverwaltung Nutzer des Hermsdorfer Waldseeweges und der Thurgauer Straße im Umfeld der Jugendeinrichtung Fuchsbau freuen.


Christian Schindler / CS
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