SPD diskutierte mit Bürgern über Raumnot an Reinickendorfer Grundschulen

Heiligensee. Was muss sich ändern in der Grundschullandschaft? Über diese Frage diskutierte die SPD Heiligensee-Konradshöhe-Tegelort am 25. April mit Reinickendorfern.

Die Märkische Grundschule, eine deutsch-französische Europaschule, soll an den Stadtrand ziehen, um im Märkischen Viertel Platz für neue Schüler zu schaffen. In Reinickendorf-Ost fehlen in den kommenden Jahren 39 Klassenräume und auch in anderen Ortsteilen wird die Zahl der Schulanfänger kräftig steigen. Schon jetzt mangelt es an 300 Grundschulplätzen im Bezirk. Was also muss sich in der Schullandschaft ändern? Darüber wollte die SPD mit Bürgern in der Otfried-Preußler-Grundschule, Schulzendorfer Straße 99, diskutieren. Etwa 20 Interessierte kamen, darunter Eltern, Lehrer und Bezirksverordnete.

Dass man in eher kleiner Runde blieb, mag auch daran gelegen haben, dass über den Mangel an Schulraumplätzen und möglichen Lösungen seit Monaten intensiv im Fuchsbezirk debattiert wird. Grundlage dieser Diskussion sind die Bezirksamtspläne, die Aleksander Dzembritzki, SPD-Bezirksverordneter und Vorsitzender des Schulausschusses, zunächst vorstellte. Die wichtigsten Punkte: Wegen des akuten Raummangels in Reinickendorf-Ost will der Bezirk dort ab 2015 eine neue Grundschule bauen. Für das Märkische Viertel werden dagegen andere Lösungen favorisiert. Eine Option ist der Umzug der Europaschule nach Heiligensee. Dagegen wehren sich Eltern und Lehrer hartnäckig. Zwar stellte Aleksander Dzembritzki klar, dass dies nur eine Option ist. Anwesende Schulvertreter wollten ihm das aber nicht glauben. So sei der Umzug der Europaschule der einzige Vorschlag, der ernsthaft diskutiert werde, sagte eine Lehrerin. Ein Bürger wollte wissen, wie sich die SPD dazu positioniere. Die Antwort blieb Dzembritzki schuldig. Man wolle heute nur informieren und sich eine Meinung bilden. Im Juni würden dann die Bezirksverordneten entscheiden, ob die Europaschule tatsächlich nach Heiligensee umziehen soll.

Aufgabe der Stadträtin

Schärfer argumentierte Jörg Stroedter, der als Chef der Reinickendorfer SPD und Bundestagskandidat an der Gesprächsrunde teilnahm. "Das Problem muss die zuständige Bezirksstadträtin lösen und nicht wir", sagt er. Dem Bezirksamt warf er vor, die Grundschulentwicklung verschlafen zu haben. "Spätestens jetzt brauchen wir ein konstruktives Konzept. Aus meiner Sicht liegt das aber bis heute nicht vor", so Stroedter. Dem stimmte teilweise auch das Publikum zu.

Andere sahen die Schuld dagegen nicht beim Bezirksamt, sondern im Zuzug vieler kinderreicher Familien, der so verstärkt im Märkischen Viertel nicht absehbar gewesen sei. Einig war man sich aber darüber, dass die Raumnot schnell gelöst werden muss. Wenn nicht mit Schulneubauten, für die das Geld fehlt und die zudem noch langfristig geplant werden müssen, dann vielleicht mit mobilen Unterrichtsräumen, schlug Aleksander Dzembritzki vor. Solche Schulcontainer stünden bereits vielerorts in Berlin.


Ulrike Kiefert / uk
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