Taubenschläge in umgebauten Bauwagen sind ein Erfolg

In jedem Taubenschlag ist Platz für rund 170 Tiere. Tierärztin Almut Malone betreut die Stadttauben in Reinickendorf seit 2010. (Foto: Ulrike Kiefert)

Reinickendorf. Das Konzept betreuter Taubenschläge hat sich im Bezirk bewährt. In den vergangenen zwei Jahren wurden rund 550 Eier durch Gipsimitate ausgetauscht. So soll die Taubenpopulation gemindert werden.

Mit den Taubenschlägen will der Bezirk die Stadttauben von öffentlichen Plätzen holen. Denn mit ihrem Kot verschmutzen sie Straßen, Parks und Plätze. Um dem Herr zu werden, hatte Reinickendorf im Oktober 2010 den ersten betreuten Taubenschlag in Berlin eingerichtet. Vier weitere folgten. Die umgebauten Bauwagen stehen dort, wo der Taubendreck besonders lästig ist: am S- und U-Bahnhof Wittenau, am Kurt-Schumacher-Platz, am Märkischen Zentrum, in der Fußgängerzone in Tegel und in der Residenzstraße. Umgesetzt wird das Projekt durch eine vom Jobcenter finanzierte Maßnahme, deren Träger die C.U.B.A. gGmbH ist. Die Mitarbeiter füttern die Tauben zweimal täglich und tauschen ihre Eier gegen Gipsattrappen aus. So bekommen die Vögel zum einen das richtige Futter und bleiben gesund. Zum anderen reduziert sich ihre Anzahl. Derzeit nisten 50 Brutpaare in den Taubenschlägen. Auch verletzte oder kranke Tiere werden dort behandelt. Allein im letzten Jahr lasen die Projektteilnehmer zwölf erkrankte Tauben von Straßen auf und brachten sie zum Tierarzt, der sie versorgte und die Ansteckungsgefahr minimierte.

Vor allem aber reduzierte sich der Dreck. "Am S- und U-Bahnhof Wittenau, in der Residenzstraße und in der Fußgängerzone in Tegel sind die Verunreinigungen durch Tauben stark zurückgegangen", sagt Bürgermeister Frank Balzer (CDU). Pro Taube fallen jährlich rund zehn bis zwölf Kilogramm Nasskot an. Den hinterlassen die Tiere nun größtenteils in ihren Taubenschlägen und nicht mehr auf öffentlichen Plätzen. Insgesamt schaufelten die Mitarbeiter im vergangenen Jahr 400 Kilogramm Nasskot aus den fünf Bauwagen. Angesichts der Erfolge hofft der Bürgermeister auf reichlich Nachahmer. Frank Balzer: "Das sollte andere Bezirke veranlassen, unserem Beispiel zu folgen."


Ulrike Kiefert / uk
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