Wegen der Arbeiten sind Wege zeitweise gesperrt

Die Waldarbeiter haben gerade eine Pause eingelegt, sie haben schließlich schon eine ganze Menge abgeholzt. (Foto: Kiefert)

Reinickendorf. In der kalten Jahreszeit wird der Berliner Stadtwald wieder durchforstet. In Reinickendorf stehen die Waldgebiete der Revierförstereien Hermsdorf und Tegelsee auf der Liste.

Die Waldarbeiten beginnen im Dezember und dauern bis kommenden Februar. Das teilen die Berliner Forsten mit. In Reinickendorf wird das Waldgebiet der Revierförsterei Hermsdorf zwischen dem Tegeler Fließ, der Bundesautobahn A111 und der Schulzendorfer Straße durchforstet. In dem rund 70 Hektar großen Waldgebiet müssen Spaziergänger deshalb vorübergehend mit gesperrten Rad- und Wanderwegen rechnen. Blockiert ist zeitweise auch die Fließtal-Brücke am Titusweg. Gearbeitet wird außerdem in einem etwa 50 Hektar großen Waldgebiet der Revierförsterei Tegelsee und zwar am Schwarzen Weg sowie nahe Konradshöhe. Auch dort müssen Wege temporär gesperrt werden.

Da bei den Arbeiten schwere Maschinen zum Einsatz kommen, kann es besonders bei mildem und regnerischem Wetter zu tiefen Spuren im Wald kommen. Beschädigte Wege werden nach dem Ende der Arbeiten aber wieder hergestellt.

Bei vielen Berlinern ist das Prinzip der Durchforstung wenig bekannt. Oft protestieren umweltbewusste Bürger aus Sorge um Stadtgrün und Klima, wenn irgendwo Bäume gefällt werden. "Hier geht es jedoch nicht ums bloße Abholzen, sondern um die langfristige Pflege und Gesunderhaltung des Waldes", sagt Marc Franusch, Sprecher der Berliner Forsten. Das Hauptkriterium bei der Entscheidung, welcher Baum fällt, ist die Standsicherheit. Danach folgt die Auswahl der Baumarten, erst zuletzt das wirtschaftliche Interesse.

Denn die Wälder liefern auch den nachwachsenden Rohstoff Holz für ökologisches Bauen und Modernisieren. Zudem interessieren sich besonders Privathaushalte immer mehr für Brennholz. Die Berliner Forsten bewirtschaften den Stadtwald seit mehr als zehn Jahren nach den Kriterien des "FSC"-Zertifikats (Forest Stewardship Council) und des Naturland-Verbandes.

Naturnahe Strukturen

"Im Zentrum steht dabei die Förderung naturnaher Waldstrukturen, der Verzicht auf Kahlschläge und Chemie, die Sicherung wichtiger und seltener Lebensräume von Tier- und Pflanzenarten, der Erhalt von Totholz und der Einsatz von Arbeitsverfahren, die den Boden und Wald schonen", erläutert Marc Franusch. Eingesetzt werden dabei sogenannte Harvester. "Diese computergestützten modernen Forstmaschinen arbeiten effizient und bestandsschonend", so Franusch. In älteren Beständen, empfindlichem oder schwer zugänglichem Gelände übernehmen die Forstwirte selbst das Abholzen. Moderne Fahrzeuge oder sogenannte Rückepferde transportieren die Stämme aus dem Wald heraus bis an die befahrbaren Wege.

In der Bilanz nimmt die Holzmenge in Berlins Wäldern laut Berliner Forsten weiter zu. Im Rahmen der Waldpflege werden etwa 70 bis 80 Prozent des jährlichen Holzzuwachses genutzt.

Weitere Informationen gibt es auf www.forstwirtschaft-in-deutschland.de.

Ulrike Kiefert / uk
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