Weitere Festnahmen im Rockermilieu

Reinickendorf. Die Aufklärung des Mordes an dem 26-jährigen Tahir Ö. am 10. Januar in einem Wettbüro an der Residenzstraße scheint immer näher zu rücken.

Wie berichtet, hatten Polizisten schon am 17. Januar zwei 24 und 25 Jahre alte Tatverdächtige in Wedding und Weißensee festgenommen. Mittlerweile konnten zwei weitere Verdächtige festgenommen werden. Ein 30-Jähriger wurde am 21. Januar auf der Residenzstraße in Tatortnähe festgenommen, ein 39-Jähriger einen Tag später auf der Seestraße in Wedding.

Am 23. Januar wiederum stellte sich Kadir P. (29) selbst bei der Mordkommission in der Schöneberger Keithstraße. Gegen ihn hatte die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen Mordes erlassen. Damit scheint sich die ursprüngliche Vermutung der Ermittler zu bestätigen, dass der Mord im Zusammenhang mit Streitigkeiten im Rockermilieu steht. Gleich nach der Tat hatten sie Treffpunkte der Rockerszene aufgesucht. Kadir P. war im Jahr 2010 mit rund 80 Gefolgsleuten von den Bandidos zu den Hells Angels gewechselt, was in Berlin zu einem regelrechten "Rockerkrieg" führte.

Die Hells-Angels-Gruppe um Kadir P. hatte ihren Sitz bis zum Verbot dieser Gruppe durch Innensenator Frank Henkel (CDU) am 24. Mai 2012 an der Residenzstraße, gerade einmal einen Kilometer entfernt vom Ort des Mordes am 10. Januar. Wie berichtet, waren zehn Männer in das Wettbüro gestürmt und hatten sofort den 26-jährigen Tahir Ö. mit mehreren Schüssen getötet.


Christian Schindler / CS
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