Wohnung an der Aroser Allee zwangsgeräumt

Auch an der Residenzstraße machte das Bündnis gegen Zwangsräumung mit einem Infozettel auf das Schicksal von Rosemarie F. aufmerksam. (Foto: Christian Schindler)

Reinickendorf. Die Wohnung von Rosemarie F. an der Aroser Allee 92 ist am 9. April zwangsgeräumt worden. Rund 50 Unterstützer hatten bis zuletzt versucht, dies zu verhindern.

Wie berichtet, sollte die 67 Jahre alte, schwer behinderte Frau schon am 27. Februar ihre Wohnung verlieren. Damals hatte das Gericht den Vollzug der Räumung im letzten Moment ausgesetzt. Anlass der fristlosen Kündigung waren ausgebliebene Mietzahlungen. Aus Krankheitsgründen, aber auch nach Eigentümerwechseln mit Kontowechseln waren Mietschulden aufgelaufen, die nach Ansicht des Gerichts die fristlose Kündigung rechtfertigten.Nach einer Intervention des Bündnisses gegen Zwangsräumung bei Sozialstadtrat Andreas Höhne (SPD) sicherte dieser zu, dass das Grundsicherungsamt die Mietschulden ausgleichen werde. Die Vermieterin von Rosemarie F. beharrte jedoch auf die Kündigung. So hätten sich wiederholt Nachbarn über die alte Dame beschwert, die angeblich andere Hausbewohner "terrorisiere". Laut Höhne hat Rosemarie F. auch andere Hilfen des Amtes, die ihr angeboten worden seien, in der Vergangenheit zurückgewiesen.

Zu der für den 9. April angekündigten endgültigen Räumung waren auch Mitarbeiter des Sozialamtes vor Ort, um notfalls eine Unterbringung von Rosemarie F. zu organisieren. Die befand sich jedoch schon nicht mehr in der Wohnung. Nach Gerüchten aus ihrem Umfeld ist sie zunächst bei Verwandten untergekommen. Rund 150 Polizisten sicherten den Austausch der Schlösser der Wohnung in Anwesenheit einer Gerichtsvollzieherin ab.

Der Piraten-Verordnete Michael Schulz kritisierte, dass das Bezirksamt nicht über die Zwangsräumung informiert habe. Er hält dies für notwendig, um einen Wohnungsverlust für die Betroffenen eventuell doch noch in letzter Minute verhindern zu können. Schließlich gerieten angesichts drastisch steigender Mieten immer häufiger Menschen in die Situation, sich ihre Wohnung nicht mehr leisten zu können.


Christian Schindler / CS
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