Entsorgung nach Brutzeit und Grünschnitt möglich

Reinickendorf. Mit dem Ende der Brutzeit können sich Reinickendorfer Hoffnung machen, dass ein großes Müllproblem an der Bezirksgrenze zu Pankow behoben wird.

Der Bahndamm am S-Bahnhof Schönholz trennt Reinickendorf von seinem Nachbarn in Pankow. Und diese Grenze macht einen unschönen Eindruck, nicht nur für Nutzer der S-Bahn. Wer aus dem dicht besiedelten Reinickendorf-Ost zu den Pankower Grünflächen wie dem Bürgerpark möchte, passiert ebenfalls die Unterführung am S-Bahnhof, wo sich Ausblicke auf Müllflächen ergeben. Auch Nutzer der Grünzüge auf dem ehemaligen Mauerstreifen registrieren, dass es dort, wo die S-Bahn verkehrt, nicht besonders schön aussieht. In diesem Bereich wird immer wieder Müll abgeladen.

Und der kann zurzeit nicht entsorgt werden. Der Bereich "Station & Service" der Deutschen Bahn teilte dem Bezirksamt mit, dass dafür zunächst "ein umfassender Grünschnitt notwendig ist". Der wiederum ist jetzt nach dem Bundesnaturschutzgesetzt nicht möglich. Dieses schreibt einen umfassenden Schutz für nistende Vögel vor. Die Brutzeit gilt allgemein von Anfang April bis Ende Juli. Einige Vögel wie Grünfink oder Hänfling brauchen für die Aufzucht ihrer Jungen bis August.

Ob die Bahn sich allerdings bemüht, das Schönholzer Müllproblem so schnell wie möglich zu lösen, ist nach den Erfahrungen des Bezirks nicht sicher. So stellte das Gesundheitsamt im November 2013 im Bereich eines zu einem Supermarkt gehörenden Hofes an der Frohnauer Burgfrauenstraße Rattenbefall fest. Dabei setzt der Supermarkt selbst regelmäßig Schädlingsbekämpfer ein, was auch den angrenzenden Wochenmarkt vor Problemen mit Ratten schützt. Ganz anders sah es auf dem benachbarten Bahngelände aus, wo sich Abfälle häuften. Erst bei einer zweiten Nachkontrolle im April 2014, also fünf Monate nach den ersten Beschwerden, konnten Gesundheits- und Umweltamt keine Abfälle mehr auf dem Bahngelände feststellen.

Das Müllproblem hat aber auch mit dem Fehlverhalten einiger Mitbürger zu tun. So klagen Bewohner des Märkischen Viertels regelmäßig über die Verschmutzung dortiger Wasserflächen. Immer wieder wird an deren Rändern Müll weggeworfen.


Christian Schindler / CS
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