Immer mehr Reinickendorfer engagieren sich für Flüchtlinge

Reinickendorf. Für die mittlerweile 1800 im Bezirk lebenden Flüchtlinge bietet die Initiative "Willkommen in Reinickendorf" mehr als ein Dutzend Projekte an, die allein von ehrenamtlichen Helfern getragen werden. Neue Interessenten können sich auch über www.wir-netzwerk.de informieren.

Rund 30 Menschen haben sich am 7. April in den Räumen der gemeinnützigen Albatros GmbH an der Auguste-Viktoria-Allee 17a versammelt. Sie tauschen sich darüber aus, wer beim Deutschunterricht helfen könnte, wo Spenden gesammelt werden können, und wie sich der Besuch des Sommerfestes einer Kirchengemeinde organisieren lässt. Zurzeit wird das Sportangebot in einer Halle auf dem Vivantes-Gelände der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik an der Oranienburger Straße ausgeweitet. Dringend benötigt wird dafür Sportkleidung. Für Spendenangebote gibt es auf der Website eine eigene Rubrik.

Zugleich versteht sich der Zusammenschluss von Privatpersonen, Parteien und Vereinen auch als Lobby der Flüchtlinge, die in Reinickendorf untergebracht werden. So wurden auch die Zustände in der neuen Notunterkunft im ehemaligen Collège Voltaire in der Cité Foch Thema, die der Linken-Abgeordnete Hakan Tas öffentlich gemacht hatte: Es gebe zu wenig Duschen, Toiletten, und keine angeschlossenen Waschmaschinen.

Ein Teil der Probleme sei mittlerweile behoben, teilte der Integrationsbeauftragte des Bezirks, Oliver Rabitsch mit. In Containern seien Duschmöglichkeiten geschaffen worden. Der Umbau der ehemaligen Schule zu einem optimal ausgestatteten Wohnheim sei jedoch schwierig.

Die Situation vor Ort werde ohnehin unterschiedlich beurteilt. Während der Piraten-Abgeordnete Fabio Reinhardt in einer Pressemitteilung von Protesten von Flüchtlingen gegen die Zustände in der Notunterkunft berichtete, erklärte Hansjörg Behrendt von der Initiative "Willkommen in Reinickendorf", dass ihm junge Flüchtlinge aus dem Kosovo und aus Syrien erklärten, die Reinickendorfer Unterkunft sei immer noch besser als die Halle in Charlottenburg, in der sie zuvor untergebracht waren.


Christian Schindler / CS
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