Dietmar Rösicke verlässt die Spreefüxxe

Dietmar Rösicke (2. von rechts) - hier im September 2013 im Spiel gegen die TSG Ober-Eschbach. (Foto: Nittel)

Reinickendorf. Diese Nachricht kam für alle Handballfans sehr überraschend: Dietmar Rösicke ist nicht mehr Trainer der Handballfrauen der Füchse Berlin.

Ausschlaggebend für seinen Rückzug sei für den 54-jährigen Übungsleiter der schwache Start des Zweitligisten ins neue Jahr gewesen: Das 27:27-Remis gegen die SG 09 Kirchhof sowie die beiden Niederlagen bei der SVG Celle (31:33) und beim SV Union Halle-Neustadt (29:33) hatten die hohen Erwartungen, die nach einer überragenden Hinrunde geweckt worden waren, deutlich gedämpft. "Ich erreiche die Mannschaft nicht mehr und kann deshalb nicht mehr helfen. Ich habe das für mich erkannt und mache den Weg frei für einen Neuanfang", so Rösickes. Für gewöhnlich hört man solche Statements erst nach einer Serie von Niederlagen, wenn Saisonziele revidiert werden müssen oder sich öffentlich Unruhe breit macht. Alles das war bei den Spreefüxxen aber nicht der Fall.

"Wir waren geschockt und traurig über diese Nachricht", sagt Managerin Britta Lorenz. Rösicke habe für die Mannschaft viel getan. Er hatte das Team 2011, damals noch in der 3. Liga, übernommen. In 55 Ligaspielen konnte er mit den Berlinerinnen 38 Partien gewinnen. In der Saison 2011/2012 führte er die Spreefüxxe mit 26 Siegen in 26 Partien in die 2. Bundesliga.

Und dort ist trotz des Fehlstarts ins neue Jahr noch längst nichts verloren: Unter Interimstrainerin Nicole Gebell gelang im letzten Heimspiel am 22. Januar mit dem 29:25 über das Spitzenteam BSV Sachsen Zwickau vielleicht sogar die Kehrtwende. In der Tabelle mischen die Spreefüxxe damit weiterhin oben mit, und der Traum vom Aufstieg in die 1. Bundesliga ist noch lange nicht zu Ende.

Mittlerweile wurde ein neuer Trainer gefunden: Lars Melzer wird ab sofort die Geschicke leiten. Für den 33-Jährigen sind die Spreefüxxe seine erste Trainerstation. Entsprechend war dann auch seine Reaktion: "Ich war total überrascht, als der Anruf von Britta Lorenz kam. Ich hatte soeben mein Studium hinter mich gebracht und wollte in den Lehrerberuf einsteigen", erklärt der ehemalige Spielmacher des VfL Potsdam, der aufgrund zahlreicher Verletzungen seine aktive Laufbahn beenden musste. "Aber so eine Chance, so hochklassig zu trainieren, bekommt man nicht oft."

Der Politikwissenschaftler steckt die Ziele hoch. So sei - vorausgesetzt, die Spreefüxxe bleiben von Verletzungen verschont - ein Aufstieg immer noch möglich, meint Lars Melzer. "Was ich bisher sehen konnte, ist ein super engagiertes und lernwilliges Team. Der Kader besitzt eine tolle Mischung aus erfahrenen Spielerinnen und vielen verschiedenen Spielertypen." Ein Bild vom neuen Trainer und seiner Arbeit können sich Handballfans bald machen.

Am Sonnabend, 15. Februar, steht das nächste Heimspiel an - gegen den FSV Mainz 05. Anwurf in der Sporthalle Charlottenburg, Sömmeringstraße 29, ist um 19.30 Uhr.

Michael Nittel / min
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