Handballerinnen der Füchse Berlin sind erstklassig

Alles im Griff: Großen Anteil am Erfolg hat Lars Melzer, der nach dem überraschenden Abschied von Dietmar Rösicke im Januar neuer Coach wurde. (Foto: Nittel)

Reinickendorf. Die Handballerinnen der Füchse Berlin spielen in der nächsten Saison in der 1. Bundesliga.

Dass dieser Aufstieg nur zwei Jahre nach dem Sprung aus der 3. in die 2. Liga geschafft worden ist, sei mehr als verdient und das Ergebnis harter Arbeit, so Füchse-Präsident Frank Steffel. Er gratulierte dem Team um Trainer Lars Melzer und Managerin Britta Lorenz. Letztlich ausschlaggebend für den Aufstieg waren die Heimsiege im Schlüsselspiel gegen den direkten Konkurrenten Dortmund (28:23) am 26. April und gegen den TV Nellingen (31:24) am 1. Mai.

"Wir wollten natürlich aufsteigen - keine Frage. Das war intern die ganze Saison über unser Ziel", erklärte eine sichtlich erleichterte Britta Lorenz. Allerdings war es ausgerechnet die Managerin, die öffentlich den Ball ganz bewusst flach gehalten und dieses Ziel nicht zum Gegenstand jedes Interviews gemacht hatte. "Ich habe damit versucht, speziell von unseren jüngeren Spielerinnen den Druck wegzunehmen. Das ist uns doch ganz gut gelungen. Und mal ehrlich: Hätten wir den Aufstieg nicht geschafft, wäre das kein Beinbruch gewesen. Dann hätten wir uns eine gute Mannschaft hingestellt und es im nächsten Jahr erneut versucht."

Entscheidenden Anteil am Erfolg hat auch und ganz besonders Trainer Lars Melzer, der nach dem überraschenden Abschied von Dietmar Rösicke im Januar als neuer Coach von Potsdam nach Berlin geholt worden war. Mit dieser Verpflichtung war die Managerin ein hohes Risiko eingegangen, hatte Melzer zuvor doch noch nie ein Team trainiert. "Das war für mich überhaupt kein Risiko", meinte Britta Lorenz. "Ich kenne Lars schon sehr lange und wusste, dass er alles verkörpert, was ich persönlich am Handballspiel mag." Melzer ließe einen sehr intelligenten Handball spielen, sei in der Analyse stark und könne die Spielerinnen entsprechend gut auf einen Gegner vorbereiten. "Er kann - wie kaum ein anderer - ein Spiel lesen und es sofort für die Spielrinnen übersetzen", so Lorenz. Aber auch Ex-Coach Dietmar Rösicke habe einen großen Anteil am Erfolg.

Der Bezirk und die rund 3000 Mitglieder der Füchse profitierten vom Triumph der Handballerinnen. "Wenn wir zu einem Auswärtsspiel irgendwo im Bundesgebiet antreten, dann heißt es nicht immer nur: die Berliner kommen, sondern die Füchse. Natürlich wollen und werden wir unsere Wurzeln nicht verleugnen", erklärte Britta Lorenz. Aber: Das Bestreben sei, ein Handballverein für ganz Berlin zu sein: "Unser Wunsch ist es, dass alle Berliner Handballfans auch bei den Frauen die Füchse als den Hauptstadtklub annehmen werden."

Das letzte Spiel der Saison ist noch nicht einmal gespielt, da laufen die Planungen für die neue Spielzeit bereits auf Hochtouren. So vermelden die Füchse bereits zum jetzigen Zeitpunkt die ersten beiden Neuverpflichtungen: Mit Susann Linke wird eine erfahrene und spielintelligente Kreisläuferin nach Berlin wechseln. Die 26-jährige, 1,81 Meter große Immobilienkauffrau kommt vom Frankfurter HC. Und vom TSV Nord-Harrislee wird die 19-jährige Linkshänderin Daniela Gustin zu den Füchsen wechseln. Die schwedische U20-Nationalspielerin ist vielseitig und kann rechtsaußen oder halbrechts eingesetzt werden.

Ohne diese beiden Spielerinnen müssen die Spreefüxxe nun aber zunächst diese Saison beenden.

Die letzte Partie, das Heimspiel gegen den SVG Celle, wird in der Sporthalle Charlottenburg am Sonnabend, 17. Mai, um 18 Uhr angepfiffen.

Michael Nittel / min
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